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HomeNachrichten aus JapanSeiko Hashimoto wird Japans neue Chefin für die Olympischen Spiele

Ehemalige Ministerin gilt als Pionierin beim Thema Geschlechtergleichstellung

Seiko Hashimoto wird Japans neue Chefin für die Olympischen Spiele

Vor einigen Tagen ist Yoshiro Mori wegen eines sexistischen Kommentars als Chef des Olympischen Organisationskomitees von Tokyo zurückgetreten. Es wurde viel spekuliert, wer die Nachfolge übernehmen wird. Ganz überraschend hat nun die Politikerin Seiko Hashimoto den Posten erhalten.

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Am Donnerstag wurde bestätigt, dass Hashimoto den Platz von Mori einnehmen wird und nun die Leitungen der Paralympischen und Olympischen Spiele in Tokyo übernimmt. Ein Auswahlgremium hatte ihr die Stelle am Mittwoch angeboten und sie nahm das Angebot am frühen Donnerstagmorgen an.

Ehemalige Olympiaministerin kann überzeugen

Da mehr Transparenz bei dem Auswahlverfahren gefordert wurde, hatte ein achtköpfiges Gremium die Kandidaten anhand von fünf Kriterien genauer überprüft. Gefordert wurden dabei unter anderen ein internationales Profil und Kenntnisse zu den Paralympischen und Olympischen Spielen.

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Ungewöhnlich war der Punkt, dass es ein tiefes Verständnis für die Gleichstellung der Geschlechter geben soll. Hashimoto konnte am Ende von allen fünf am meisten überzeugen. Sie ist dabei nicht nur siebenfache Olympiateilnehmerin, sondern auch die ehemalige Ministerin zur Stärkung der Rolle der Frau und der Gleichstellung der Geschlechter.

Bis vor Kurzem war sie zusätzlich noch die Olympiaministerin. Für ihren neuen Job reichte sie am Mittwoch beim Premierminister ihren Rücktritt als Ministerin ein, um den neuen Posten annehmen zu können. Yoshihide Suga soll nach ihren Angaben sie als Leiterin der Spiele unterstützen.

Seiko Hashimoto als Pionierin der Geschlechtergleichberechtigung in der Politik

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In einer ersten Pressekonferenz erklärte die 56-Jährige, dass die Vorbereitungen zu effektiven Maßnahmen gegen Covid-19 die höchste Priorität haben. Weiter versprach sie, dass es im Sommer sichere Spiele geben wird.

Doch nicht nur zu den Spielen selbst äußerte sie sich. Hashimoto will ebenfalls die Gleichstellung der Geschlechter in Organen des Organisationskomitees verbessern. Der sexistische Kommentar von Mori hatte gezeigt, dass besonders im Sport noch eine große Geschlechterungerechtigkeit herrscht und kaum Frauen in führenden Positionen sind.

Hashimoto selbst ist bereits seit 1995 politisch aktiv und hat eine enge Verbindung zu Mori, den sie als eine Art Vater ansah. Sie gilt dabei als Pionieren in der Männer dominierten Politik von Japan. Ihre Schwangerschaft 2000, die sie zur Abwesenheit im Parlament zwang, sorgte dafür, dass zum ersten Mal Mutterschaftsurlaub für Abgeordnete erlaubt wurde.

Politikerin nahm siebenmal an den Olympischen Spielen teil

Zwischen 1984 und 1996 nahm sie insgesamt viermal an den Olympischen Winterspielen im Speed Skating und dreimal an den Olympischen Sommerspielen im Bahnradrennen teil. 1992 gewann sie dabei beim Speed Skating auf 1.500 Meter der Frauen Bronze.

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Mit Beginn ihrer politischen Karriere beteiligte sie sich weiter an den Spielen. 2013 war sie Mitglied des JOC Vorstandes. Zuvor führte sie bei drei Spielen das japanische Team an. 2020 half sie dann dabei die Spiele aufgrund der Pandemie zu verschieben.

Obwohl die Karriere von Hashimoto beeindruckend ist, hatte auch sie in der Vergangenheit mit einem Skandal zu kämpfen. 2014 wurde ihr von einem Magazin sexuelle Belästigung vorgeworfen, weil sie bei einer Dinnerparty bei den Winterspielen in Sochi dem Eiskunstläufer Daisuke Takahashi angebliche Küsse aufzwang. Hashimoto entschuldigte sie für den Vorfall öffentlich, obwohl Takahashi selbst die Vorwürfe als falsch bezeichnete.

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