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Tepco wusste von dem Problem

Seismografen des Fukushima Kernkraftwerks funktionierten beim letzten Beben nicht

Am 13. Februar bebte in der Tohoku-Region in Japan erneut die Erde mit einer Stärke von 7,3. Auch Fukushima wurde getroffen und somit auch das zerstörte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Glücklicherweise kam es an der Anlage zu keinen Vorfällen. Jedoch stellte sich nun heraus, dass die Erdbeben-Seismografen kaputt sind und dass die Zuständigen auch davon wussten.

Der Betreiber Tepco gab am Montag bekannt, dass ihr Erdbebensystem versagt hat. Zwei der Seismometer in einem der drei zerstörten Reaktoren reagierten überhaupt nicht, als das Beben die Anlage traf. Es war dabei allgemein bekannt, dass die Geräte kaputt sind. Aufgefallen war das Problem erst beim Treffen mit den Nuclear Regulation Authority am Montag.

Seismografen von Fukushima Daiichi sind schon lange kaputt

Die Behörde wollte wissen, wieso es zu dem Erdbeben keine Daten von der Reaktor-Einheit gibt. Es wurde daraufhin erklärt, dass die Geräte versagt haben und eigentlich kaputt sind. Tepco gab dabei zu, dass sie bereits seit letztem Juli sowie letztem Oktober nicht mehr gehen. An eine Reparatur wurde nicht gedacht.

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Dazu kam, dass die Seismografen in bis auf zwei Reaktorgebäuden, welche die Katastrophe überstanden, bereits seit 2011 kaputt sind und nie ersetzt wurden. Das verursachte große Besorgnis beim Treffen, da es nicht das einzige neue Problem ist.

Es hatte sich nämlich ebenfalls einige Tage nach dem Beben herausgestellt, dass das Kernkraftwerk das Erdbeben nicht so gut überstand, wie zuerst angenommen. 20 Tanks mit radioaktiven Wasser sind verrutscht, ein Behälter für radioaktiven Abfall kippte um und der Asphaltboden an der Anlage riss auf.

Sicherheitskammern sind vermutlich beschädigt

Zusätzlich fielen das Kühlwasser- und Druckniveaus in den Reaktoren der Einheiten eins und drei. Das lässt darauf schließen, dass es in den primären Sicherheitskammern zu Schäden gekommen ist und es könnte radioaktives Material austreten.

Die Behröde fordert deswegen, dass Tepco sofort den Zustand überprüft. Es soll geschaut werden, ob die Strahlungswerte plötzlich gestiegen sind. Auch das Grundwasser rund um das Gebiet soll untersucht werden. Tepco selbst gibt an, dass sie bisher nichts in Wasserproben gefunden haben.

Weiteres radioaktives Material ist ein Problem

Nun wird diskutiert, ob sich das Risikomanagement von Tepco seit der Katastrophe 2011 wirklich verbessert hat. Das Unternehmen hat bereits in der Vergangenheit mehrmals versucht, Fehlverhalten von ihrer Seite aus zu vertuschen und die Offenlegung von Problemen zu verzögern.

Die neuen Schäden könnten nun die Stilllegungsarbeiten an dem Kernkraftwerk noch weiter nach hinten verschieben, weil neues kontaminiertes Material die Arbeiten massiv erschwert. Seit der Katastrophe läuft dauerhaft Kühlwasser aus den kaputten Sicherheitsbehältern in den Keller und die Turbinengebäude der Anlage. Da Grundwasser nachläuft, kämpft Tepco mit steigenden Mengen an verseuchtem Wasser.

Ein Teil davon wird weiterhin als Kühlwasser wiederverwendet. Der Rest wird mittlerweile in etwa ein Tausend Tanks gelagert. Japan weiß selbst noch nicht, wie sie die Wassermassen entsorgen sollen und suchen noch nach einer Lösung.

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