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Selbstmordrate unter Japans Schülern direkt nach den Sommerferien am höchsten

Am Freitag endeten in Japan die Sommerferien und dieser Tag ist auch der, an dem die meisten jungen Menschen Selbstmord begehen.

Für einige Kinder ist der Gedanke, wieder in die Schule gehen zu müssen, mit großen Ängsten verbunden. Angst vor Mobbing und schlechten Ergebnissen in Prüfungen führen zu enormen Stress unter Japans Schülern.

In Japan wird großer Wert auf den akademischen Erfolg von Kindern gelegt. „Zurück zur Schule schafft Angst“, so Kuniyasu Hiraiwa, repräsentativer Direktor von AfterSchool, einer Organisation, die Eltern dabei hilft, frühe Anzeichen bei Kindern zu erkennen.

Lethargische Frau
Bild: g.O.R.i / Pakutaso

Das Land hat die höchste Selbstmordrate der G7 Länder, jährlich nehmen sich ca. 20.000 Menschen das Leben. Während die Gesamtzahl zwar sinkt, steigt die Selbstmordrate bei jungen Erwachsenen, gerade wenn sie ihren ersten Job beginnen oder die Schule wieder los geht.

Etwa 500 Japaner unter 20 Jahren bringen sich jedes Jahr um, die Selbstmordrate ist am 1. September ungefähr dreimal höher als an jeden anderem Tag des Jahres.

Verschiedene Berühmtheiten und Organisationen versuchen diesen Trend entgegenzuwirken. Die beliebte Schauspielerin Shoko Nakagawa twittere „Never die, Live!“, der TV-Sender NHK versucht mit einem Hashtag auf das Problem aufmerksam zu machen.

Sänger YuYu Horun sagte vor kurzem, dass er sich versucht habe in seiner Grundschulzeit umzubringen. Der Sänger versucht gefährdete Jugendlichen mit direkten Gesprächen zu helfen.

„Ich bekomme täglich E-Mails oder Briefe von Jugendlichen, die darüber nachdenken sich das Leben zu nehmen“, so der Sänger. „Viele Kinder fühlen sich mit ihren Problemen von ihren Eltern nicht ernst genommen. In vielen Familien findet eine Kommunikation nicht statt.“

Bibliotheken im ganzen Land bieten mittlerweile Kindern Zuflucht an. Dort werden sie dann solange betreut, bis sie sich wieder beruhigt haben. Auch der Ueno-Zoo in Tokyo bietet einen Platz für Schüler an, die den Druck nicht mehr aushalten.

Die Behörden richteten eine 24-Stunden Hotline ein, bei der Kinder und Eltern um Hilfe bitten können. Außerdem fordern die Behörden jedes Jahr kurz vor Ende der Sommerferien die Schulen auf, besonders aufmerksam zu sein.

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1 Kommentar

  1. Vielleicht sollte man das schulische Pensum in Japan einfach mal ein bisschen sinken, damit mehr Schüler auch mehrere Chancen bekommen. Dass, was die Japaner in den Schulen lernen, brauchen sie teilweise im späteren Leben gar nicht mehr. Ist bei uns nicht anders. Gerade die Schulen müssen was ändern, damit auch Schüler, die Probleme beim lernen haben, ein paar Chancen mehr bekommen.
    Ein Glück, dass ich kein Japaner bin. Hier bei uns wären solche Zustände undenkbar. Man konnte immer mit Lehrern oder Eltern darüber reden und man hatte für alles eine Lösung gefunden. Warum funktioniert das in Japan nicht? Im Grunde genommen ist jeder auf sich alleine gestellt. Ich mein, wenn es nicht mal die Eltern interessiert, dann weiß ich auch nicht. Nicht jeder Mensch ist ein Superhirn.

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