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Selfie-Trend in Japan gefährdet Otter

Social-Media-Trend bedroht Tierarten

Social-Media-Nutzer in Japan lieben es, ihr Gesicht neben einem Otter zu sehen. Mittlerweile hat das so einen Überhang genommen, dass Naturschützer davor warnen, dass dieser Trend dazu führen könnte, dass einige Tierarten verschwinden werden.

Gerade Influencer posten sehr viele Selfies mit Ottern, die sie als Haustier halten, um die Herzen ihrer manchmal hunderttausenden Anhänger aufzuweichen. Tierschutzgruppen warnen allerdings, dass dieser Trend eine existenzielle Bedrohung für die Tiere darstellt. „Der illegale Handel mit Ottern hat plötzlich exponentiell zugenommen“, so der Vorsitzende der Otter Specialist Group bei der International Union for Conservation of Nature.

Social-Media-Rummel bedroht Otter

Alle asiatischen Otterarten gelten seit längerem als gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Seit Jahrzehnten schrumpft ihr Lebensraum und der illegale Handel mit ihren Fellen setzt den Beständen zu.

Die jüngste Zunahme des Social-Media-Rummels um diese Tiere hat dazu noch eine derart rasante Nachfrage von Baby-Ottern in asiatischen Ländern und besonders Japan ausgelöst, dass mittlerweile ganze Arten vom Aussterben bedroht sind.

Ein Gremium im Rahmen des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten wild lebenden Tier- und Pflanzenarten (CITES) hat am Montag in Genf beschlossen, die Ein- und Ausfuhr von Baby-Fischottern grundsätzlich zu verbieten.

Die Entscheidung wurde auf einer Plenarsitzung der Vertragsmitglieder am Mittwoch offiziell gebilligt.

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Naturschützer sagen, dass dieser Schritt eine entscheidende Bedeutung hat, nachdem die Population von Fischottern in den letzten 20 Jahren einen Rückgang um mindestens 30 Prozent zu verzeichnen hatte.

Bilder von Influencern zeigen nicht die wirkliche Situation

„Dieser Rückgang wird insbesondere durch den Wunsch beflügelt, Otter als exotisches Haustier zu halten und der Trend in den sozialen Medien treibt den Rückgang rasant an“, so Kassandra Koenen, die die Kampagne „Wildlife Not Pets“ bei World Animal Protection leitet.

Influencer auf Instagram und Facebook, erhalten oft tausende Kommentare auf ihre Otterbilder und viele Fans machen es ihren Idolen nach und schaffen sich einen Otter als Haustier an. Die Bilder zeigen allerdings nicht, dass die Säugetiere oft leiden, wenn sie in Gefangenschaft und Isolation gehalten werden.

Koenen weist auf die zahlreichen vermeintlich lustigen Videos hin, in denen sich Tierotter im Kreis drehen: „Für ein geschultes Auge ist der Grund für das im Kreis drehen offensichtlich – das Tier ist in großer Not.“

Handel mit Otterbabys ein lukratives Geschäft

Durch die wachsende Nachfrage nach jungen Ottern werden in Indonesien und Thailand zunehmend erwachsene Otter getötet und die Babys eingefangen, um sie als exotische Haustiere zu verkaufen. Ein lukratives Geschäft, denn ein Otterbaby ist in Japan bis zu 1 Million Yen (ca. 8.544 Euro) wert.

Koenen warnt davor, dass die Bilder von einem lächelnden Influencer mit seinem Otter ein falsches Bild zeigen. Die Tiere riechen und beißen, was sie zu ungeeigneten Haustieren macht.

Otter sind nicht die einzigen Arten, die unter einem boomenden und oft von sozialen Medien angeregten Interesse an exotischen Haustieren leiden. Unter den 56 in Genf vorgelegten Vorschlägen für mehr Schutzlisten befinden sich 22 Arten, darunter Eidechsen, Geckos, Schildkröten und Spinnen, die unter dem milliardenschweren Handel mit exotischen Haustieren leiden.

Quelle: TJT

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