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Senior will Wunsch seiner verstorbenen Frau umsetzten

Senior versorgt seit Jahren in Osaka zahlreiche Obdachlose mit Schlafsäcken

In Japan ist es zurzeit ziemlich kalt. Besonders für Obdachlose ist das eine schwierige Situation, die sich zusätzlich durch die Pandemie verstärkt hat. Ein Senior versucht deswegen in Osaka so gut es geht zu helfen und verteilt kostenlose Schlafsäcke.

Bei dem Mann handelt es sich um den 73 Jahre alten Daien Ishiguro. Seit 21 Wintern unterstützt er zusammen mit Freiwilligen Obdachlose. Zuletzt lief er Ende 2020 durch die Straßen von Osakas Nishinari Bezirk, wo es viele Obdachlosen gibt und verteilte Schlafsäcke sowie Wärmekissen.

Tausende Schlafsäcke für Obdachlose

Mittlerweile hat er mit seinen Helfern mehr als 16.000 Schlafsäcke an Bedürftige verteilt. Die Menschen sind dabei mehr als dankbar für die Sachen und die Herzlichkeit von Ishiguro. Vorallem in der aktuellen Lage, wo zahlreiche Menschen ihren Job verloren haben, bleibt vielen nur noch ein Platz auf der Straße übrig.

Mehr zum Thema:  Die Feindseligkeit gegenüber Obdachlosen in Japan

Ishiguro und die Freiwilligen wissen dabei genau, wo sie nach Obdachlosen suchen müssen. Unter anderem laufen sie durch das Nanba Unterhaltungsviertel von Osaka. Bei einem kürzlichen Rundgang verteilten sie dabei in zweieinhalb Stunden um die zehn Schlafsäcke.

Es ist dabei Ishiguro sehr bewusst, was die Pandemie für Auswirkung auf das Leben der Menschen hat. Er sagte dazu, dass gerade inmitten der Krise sie noch mehr nach anderen Menschen schauen sollten.

Ishiguro erfüllt Wunsch seiner verstorbenen Frau

Er selbst hat mit dem Projekt angefangen, nachdem 1989 sein Sohn mit nur vier Jahren an Leukämie verstarb und seine Frau 1997 mit 49 Jahren an Krebs. Durch den schweren Verlust wurde Ishiguro depressiv und suchte nach einem Sinn zum Leben.

Eines Tages fand er das Tagebuch seiner Frau, in dem sie kurz vor ihren Tod schrieb, dass ihr durch Verbindungen mit anderen Menschen geholfen wird. Weiter schrieb sie, dass sie den Gefallen gerne zurückgeben will. Ishiguro fragte sich, wie er diesen Wunsch anstelle seiner Frau umsetzten könnte.

Als ihn ein Bekannter bat, freiwillig dabei zu helfen für Menschen in Nishinari zu kochen, sah er das Leben von Obdachlosen auf der Straße und entschied sich den Menschen zu helfen. Ishiguro wollte nicht, dass noch jemand stirbt und begann Spenden zu sammeln und ab 2001 Schlafsäcke zu verteilen.

Zu Beginn half ihm ein Bekannter dabei um die 1.000 Schlafsäcke im Winter in Nishinari zu verteilen. Mit der Zeit wurden es immer mehr Unterstützer. Ishiguro selbst schaut auch am Wochenende nach den Menschen und hilft beim Kochen von kostenlosen Mahlzeiten.

Pandemie verschlimmert Lage wieder

Ishiguro erklärte, dass er glücklich ist, wenn er eines Tages seiner Frau und seinem Sohn sagen kann, dass er sein Bestes gegeben hat, ohne dabei zu vergessen, dankbar zu sein. Er glaubt dazu, dass die Zahl der Obdachlosen, die auf der Straße schlafen und sterben, zurückgegangen ist.

Tatsächlich hat sich die allgemeine Zahl der Obdachlosen in Osaka reduziert. Laut der Regierung waren es 2003 noch 6.603 Personen während es bis 2020 nur noch 982 Menschen waren. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass die Zahl aufgrund der Pandemie wieder steigen wird. Auch Ishiguro bestätigt, dass bei Lebensmittelverteilungen neue Gesichter auftauchen.

Gleichzeitig macht er sich große Sorgen, wie sich die Pandemie weiterentwickelt, denn Japan hat zurzeit das Virus überhaupt nicht mehr unter Kontrolle. Aus dem Grund arbeitet er mittlerweile mit Hilfsgruppen zusammen und verbringt noch mehr Zeit damit bei den Menschen nach dem rechten zu schauen.

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