Anzeige
HomeNachrichten aus JapanSexistische Äußerungen ruft Sponsoren der Olympischen Spiele auf den Plan

Werbung schadet mehr, als das sie nütze

Sexistische Äußerungen ruft Sponsoren der Olympischen Spiele auf den Plan

Die sexistischen Äußerungen des Präsidenten der Olympischen Spiele in Tokyo haben nun die Sponsoren auf den Plan gerufen, die ihre Bedenken äußerten.

Anzeige

Da die Spiele allgemein unter keinem guten Stern stehen, immerhin sinkt die Unterstützung der Bevölkerung immer weiter, sind die Sponsoren bereits vorsichtig mit ihrer Werbung geworden.

Sponsoren halten Werbung mit den Olympischen Spielen mitteile für schädlich

Nach Angaben des Organisationskomitees haben mehrere Sponsoren während eines Treffens nun kritisiert, dass die sexistischen Äußerungen die Situation noch verschärft hat und Werbung nun mehr schaden als nützen könnte.

LESEN SIE AUCH:  Sponsoren der Olympischen Spiele werden angesichts des Coronavirus zunehmend nervöser

Zu den Sponsoren der Olympischen Spiele gehören unter anderem Asahi Breweries Ltd, Canon Inc. und Mizuho Financial Group Inc.

Beobachter sind der Meinung, dass wenn sich die Sponsoren weiter von den Spielen distanzieren, wird dies nachteilige Auswirkungen haben.

Anzeige

Nach Angaben des Organisationskomitees machen Unternehmenssponsoren mehr als die Hälfte der erwarteten Einnahmen der Spiele in Tokyo aus. Die Kosten für die Spiele blähen sich aufgrund der COVID-19-Gegenmaßnahmen weiter auf, die zu den zusätzlichen Ausgaben hinzukommen, die letztes Jahr entstanden, da die Spiele auf diesen Juli verschoben wurden.

Zimbalist, ein Experte für olympische Finanzen, sagte, es sei unwahrscheinlich, dass sich die Öffentlichkeit erhebe, und große Fernsehsender würden sich selten für politische Themen einsetzen.

„Aber Konzerne, die viel Geld haben, können sich zu Wort melden“, so der Experte. „Wenn sie anfangen, sich zu äußern, ist es wichtig, aufmerksam zu sein.“

Die öffentliche Unterstützung für die Spiele in Tokyo hat einen weiteren Dämpfer erlitten, nachdem der Präsident des Organisationskomitees während einer Vorstandssitzung Anfang des Monats gesagt hatte, dass weibliche Vorstandsmitglieder wettbewerbsorientiert sind und zu viel reden.

Sexistische Äußerung sorgt für viel Kritik

Anzeige

„Wenn ein weibliches Mitglied die Hand hebt, um zu sprechen, haben alle anderen das Bedürfnis, auch zu sprechen. Am Ende sagt jeder etwas“, so Yoshiro Mori während einer Vorstandssitzung am 3. Februar. „Wenn wir die Zahl der weiblichen Vorstandsmitglieder erhöhen, müssen wir dafür sorgen, dass ihre Redezeit etwas eingeschränkt wird, sie haben Schwierigkeiten, zum Schluss zu kommen, was ärgerlich ist.“

Am Donnerstag entschuldigte sich Mori für seine Äußerungen, allerdings nicht sehr glaubhaft.

Die Organisatoren in Tokyo bestätigten am Dienstag, dass etwa 390 Freiwillige und zwei Läufer des olympischen Fackellaufs als Reaktion auf die Äußerungen ihre Teilnahme an den Spielen zurückgezogen haben.

Die Stadtverwaltung von Tokyo hat sich per E-Mail an die Freiwilligen gewandt, um sich für Moris Äußerungen zu entschuldigen und um ihre weitere Teilnahme an den Spielen zu bitten.

Mehr als 80.000 Freiwillige wurden aus über 200.000 Bewerbungen ausgewählt, um bei allen möglichen Aufgaben zu helfen – unter anderem bei der Verkehrssicherheit, der Kontrolle von Menschenmengen, der Unterstützung von Athleten und der Betreuung von Gemeinden – um die Wettkämpfe zu optimieren und die Stimmung während der Spiele zu heben.

Umfrage bestätigt Missbilligung an Moris Aussage

Am Sonntag ergab eine Umfrage von Kyodo News, dass fast 60 Prozent der Menschen in Japan der Meinung ist, Mori sei nicht mehr qualifiziert, um als Chef des Organisationskomitees zu fungieren, nur weniger als 7 Prozent sagten, er sei qualifiziert.

Bis Dienstag hatten mehr als 140.000 Menschen eine Petition unterschrieben, die Moris Rücktritt fordert und das Organisationskomitee auffordert, Maßnahmen zur Verbesserung der Geschlechtervielfalt zu ergreifen.

Dutzende von ausländischen Botschaften, Dachverbänden und einzelnen Athleten haben sich zu Wort gemeldet, um Mori und die Kultur der Geschlechterdiskriminierung, die er ihrer Meinung nach verkörpert, kategorisch zu verurteilen.

Das Tokyoter Organisationskomitee plant Berichten zufolge eine Vorstandssitzung im Laufe dieser Woche, um zu entscheiden, wie man am besten auf den Skandal reagieren soll.

Anzeige
Anzeige