Anzeige
HomeNachrichten aus JapanShinkansen-Hersteller in Japan gibt Fehler zu

Shinkansen-Hersteller in Japan gibt Fehler zu

Der Hersteller eines Shinkansen, in dessen Unterwerk letztes Jahr erhebliche Brüche gefunden wurden, gab nun den Fehler zu. Er entschuldigte sich bei einer Pressekonferenz in Kobe, Japan. Dabei erklärte er außerdem, wie es dazu kommen konnte.

Anzeige

Letzten Dezember fuhr ein Shinkansen – einer von Japans Hochgeschwindigkeitszügen – für mehr als drei Stunden mit einem brennenden Geruch und einem seltsamen Motorgeräusch. Doch was noch viel schlimmer war: Mit erheblichen Rissen im Unterwerk legte er die Strecke von 800 Kilometern zwischen Hakata Station in Fukuoka bis nach Tokyo zurück. Er durchquerte einmal fast das halbe Land. Diese Risse hätten den Zug zum Entgleisen bringen können. Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h wäre das eine Katastrophe gewesen.

Eine Untersuchung des Zuges zeigte den ganzen Schrecken. Ein 16 cm langer Riss war am Boden des Stahlrahmens, der einen Satz Räder hielt. Außerdem gab es kleinere Risse von 14 cm an beiden Seiten des Rahmens.

Fehler im Shinkansen durch fehlerhafte Kommunikation

„Wir haben uns zu sehr auf die Urteilskraft und Diskretion der Arbeiter in den Fertigungsstätten verlassen“ sagte Yoshinori Kanehana, der Präsident der Kawasaki Heavy Industries Ltd bei einer Konferenz am Freitag in Kobe. Dabei ging es vor allem um die Qualitätskontrollen.

Im Februar hatte der Hersteller offengelegt, dass Arbeiter den Stahlrahmen dünner gehobelt hatten, als das erforderliche Minimum verlangte. Dies geschah bereits in der Herstellung des Unterbaus des Shinkansen. Diese Vorgehensweise verletzte den Produktionsleitfaden des Unternehmens, doch die Arbeiter konnten diesen laut Kawasaki Heavy nicht vollständig verstehen.

Anzeige

So schabten die Arbeiter etwas vom Unterboden ab um die Oberfläche zu glätten, bevor sie zu schweißen begannen. „Das Verbot des Schleifens des Stahlrahmens wurde den Arbeitern in der Fertigungsstätte nicht erläutert, da ein Mangel an Kooperation herrschte“ sagte Munenori Ishikawa, ein Vizepräsident von Kawasaki Heavy.

Die Verbreiterung des Risses beeinträchtigte die Stärke des Unterbaus schon einen Tag vor der Entdeckung bei Untersuchungen der Sicherheitsbehörden. So entstand durch glückliche Fügungen kein furchtbarer Unfall.

Quelle: Japan Today

Anzeige
Anzeige