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Es gibt unzählige leerstehende Immobilien

Shizuoka plant leerstehende Häuser wieder nutzbar zu machen

Die Japaner werden immer älter, gleichzeitig bauen die jungen Leute in Japan lieber neu, anstatt in alte Häuser zu ziehen. Deswegen gibt es zahllose leerstehende Immobilien in Japan. Zehn Millionen der 60,6 Millionen Wohnungen in Japan stehen leer. Schätzungsweise stehen bis 2033 mehr als 30 Prozent aller Häuser in Japan leer.

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Leere Häuser werden Akiya genannt und sie lassen sich in ganz Japan finden. Vor allem in abgelegenen Dörfern in Präfekturen wie Okayama oder Kyushu werden immer mehr Immobilien sich selbst überlassen. Aber auch in Ballungsgebieten wie Tokyo werden immer mehr Gebäude der Natur zurückgegeben.

Alte Häuser werden sich selbst überlassen

Diese Häuser sinnvoll einzusetzen ist keine leichte Aufgabe. Viele Erben dieser Immobilien sind in die Großstädte gezogen, um dort zu arbeiten. In ländlichen Gebieten, wo nur wenige Leute Häuser suchen, sind diese Immobilien nicht mehr viel wert. Deswegen wollen die jungen Japaner diese oftmals nicht, weil sich die alten Gebäude nicht weiterverkaufen lassen.

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Ein anderer Grund, der gegen das Behalten solcher Behausungen spricht, ist die hohe Grundsteuer, die oftmals mehr beträgt, als die Häuser wert sind. Viele Erben verschweigen das Eigentum, weswegen dann die Präfekturen in der Pflicht sind, den Abriss zu organisieren.

Die Gemeinde Fukuroi in der Präfektur Shizuoka will dieses Problem jetzt angehen. In den letzten Jahren ist die Stadt gewachsen und so zu Wohlstand gekommen. Mittlerweile leben dort mehr als 88.000 Menschen. Allerdings sind es die Vororte, die immer weiter aussterben und somit bleiben viele leere Gebäude zurück.

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Um diesen Immobilien eine Chance zu geben, wurde in Fukuroi ein Beratungszentrum eingerichtet, in dem sich Japaner Hilfe holen können, wie sie mit einer unerwünschten Behausung umgehen sollen. Dort erhalten sie kostenfrei Rat von Experten, die sich aus Immobilienmaklern, Bauunternehmen und Anwälten aus der Region zusammensetzen.

Häuser bleiben sich selbst überlaassen
Häuser bleiben leer. Bild: Asahi Shimbun

Experten stehen mit Rat und Tat zur Seite

Die Behörde hofft, dass bei einer entsprechenden Beratung die Eigentümer dazu übergehen die Häuser renovieren zu lassen oder selbst für den Abriss aufkommen. Wer sich entscheidet ein entsprechendes Erbe anzutreten, erhält Hilfe beim Verkauf oder für eine eventuelle Vermietung nach entsprechenden Arbeiten. Die Behörde sagt, dass bei einer Renovierung die Gebäude an junge Paare vermietet werden oder als Wohnort für ältere Menschen genutzt werden könnten.

Ein großer Fokus liegt auf der Sicherheit bei Erdbeben und dem Umgang mit den Schäden solcher Naturkatastrophen. Die Beratungszentrum ist immer am Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag den ganzen Tag geöffnet. Auch die Kontaktaufnahme per Mail oder Telefon ist möglich.

Shizuoka

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