Stats

Anzeige
Home News Skandal um den Sohn des japanischen Premierministers weitet sich aus

Zahlreiche weitere Beamte sind verwickelt

Skandal um den Sohn des japanischen Premierministers weitet sich aus

Zurzeit vergeht kaum eine Woche, in der es nicht zu neuen Skandalen in der japanischen Politik kommt. Zuletzt rückte einer der Söhne des Premierministers in den Fokus, der vier hochrangige Bürokraten zum Essen einlud. Nun wurde bekannt, dass weitaus mehr Personen in den Skandal verwickelt sind, als erwartet.

Das Kommunikationsministerium bestätigte am Montag, dass elf ihrer Beamten von Seigo Suga eingeladen wurden, der für Tohokushinsha Film Corp., einem Unternehmen für Satellitenübertragungsdienste, arbeitet. Unter ihnen befindet sich auch die derzeitige Kabinettssekretärin der Regierung für Öffentlichkeitsarbeit, Makiko Yamada.

Essen fanden 37 Mal statt

Zuvor wurde bereits bestätigt, dass sich der Sohn mit Yoshinori Akimoto, Generaldirektor des Informations- und Kommunikationsbüros, Hironobu Yumoto, stellvertretender Generaldirektor des Büros, Yasuhiko Taniwaki, Vize-Minister für politische Koordinierung und Mabito Yoshida ebenfalls Vize-Minister im gleichen Bereich, getroffen hatte.

Mehr zum Thema:  Japans ehemaliger Landwirtschaftsminister wird offiziell wegen Bestechung angeklagt

Die kostspieligen Essen mit dem Sohn sollen insgesamt 37 Mal zwischen 2016 und 2020 stattgefunden haben, wobei auch andere Mitglieder des Unternehmens Teil der Abendessen waren. Als Gesamtkosten werden dabei um die 4.105 Euro geschätzt. Die ersten vier Beamten erhielten dazu noch weitere Geschenke und Taxikarten. Alleine Taniwaki soll dabei so 920 Euro erhalten haben.

Die Beamten haben offiziell gegen den Nationalen Public Service Officials Ethics Code verstoßen, weil sie Gefälligkeiten von einem Mitglied der Interessengruppen angenommen haben. Es wird erwartet, dass alle Betroffenen eine Standpauke für ihre Vergehen am Mittwoch erhalten.

Magazin deckte Skandal auf

Akimtoto und Yumoto wurden dazu zusätzlich versetzt und andere Personen haben ihren Posten übernommen, um zu verhindern, dass der Skandal Auswirkungen auf die Beratungen bei der Verabschiedung des Haushaltsentwurfes und des neuen Rundfunkgesetzes im Parlament hat.

Das Ministerium hat nach dem Aufkommen der ersten Vorwürfe den Fall genau untersucht und war nun auf die weiteren Vergehen gestoßen. Die ersten Fälle wurden von dem Magazin Shukan Bunshun Anfang des Monates aufgedeckt, die auch bereits von mehreren Abgeordneten berichten, die heimlich, während des Ausnahmezustandes Essen gingen.

Es wurden dazu Audioaufnahmen veröffentlicht, die von den Treffen zwischen dem Sohn und Akimoto sowie einem weiteren Mitglied des Unternehmens stammen. Bei den Aufnahmen fällt auf, dass Suga Junior immer wieder über Satellitenübertragungen spricht. Anzeichen für Bestechungsversuche gibt es jedoch nicht.

Premierminister entschuldigt sich

Das Ministerium verteilt die Rundfunklizenzen an das Unternehmen, weswegen so ein Vorwurf nicht abwegig ist. Ob dem Sohn auch eine Strafe droht, ist bisher nicht bekannt. Premierminister Yoshihide Suga entschuldigte sich allerdings am Montag bereits bei einer Sitzung Haushaltsausschusses des Unterhauses für den Skandal.

Es tue ihm sehr leid, dass sein ältester Sohn beteiligt ist und dass die Beamten zahlreiche Vergehen im Rahmen des Ethikkodex begangen haben. Von dem Essen selbst will er nichts gewusst haben. Auch Kommunikationsminister Ryota Takeda äußerte sich. Er drückte sein Bedauern aus, dass sie das Vertrauen der Öffentlichkeit so geschadet haben. Gleichzeitig betonte er, dass die Treffen wohl keine Auswirkungen auf die Rundfunkgebühren hatten.

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren