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Smartphone-App teilt blinden Menschen in Japan die Farbe von Verkehrssignalen mit

Japans nationale Polizeibehörde (NPA) arbeitet zurzeit an einem System, dass mit einer Smartphone-App blinden Menschen über die Farbe der Verkehrssignale an Kreuzungen informieren soll.

Die NPA hat zusätzliche 2,5 Milliarden Yen in ihrem Finanzhaushalt 2021 vorgesehen, um das Kommunikationsgerät an etwa 2.000 Kreuzungen im ganzen Land zu installieren.

Smartphone-App lässt Grünphase verlängern

Fußgänger, die die „Shin GO!„-App auf ihr Smartphone herunterladen, erhalten bei Annäherung an eine mit dem System ausgestattete Ampel über Bluetooth eine Nachricht, die ihnen die Farbe der Ampel mitteilt.

Mehr zum Thema:  Neue Technologie soll japanische Bahnhöfe sicherer für Sehbehinderte machen

Das Gerät, das über eine Funktion verfügt, die den Fußgängern mitteilt, wann sich ein Signal ändern wird, ermöglicht es ihnen auch, die Dauer der Grünphasen an ausgewählten Kreuzungen zu verlängern.

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Von 2017 bis 2019 wurden acht sehbehinderte Fußgänger getötet und 66 erlitten leichte oder schwere Verletzungen. Zwei der Getöteten und 19 der Verletzten überquerten Straßen, an denen Ampeln standen.

Seit März 2020 gibt es nach Angaben der Polizei in Japan an rund 24.000 Stellen ein akustisches Verkehrssignal für blinde Fußgänger. Die meisten von ihnen befinden sich in der Nähe von Bahnhöfen, örtlichen Behörden oder Blindenschulen.

Diese Signale sind allerdings spät in der Nacht und früh am Morgen auf lautlosen Betrieb eingestellt, um Beschwerden von Anwohnern zu vermeiden.

Umrüsten einer Ampel kostet 1,3 Millionen Yen

Der Preis der Kommunikationsgeräte für das neue System beläuft sich auf 1,3 Millionen Yen für ein einziges Gerät. Im Geschäftsjahr 2019 installierte die Polizei diese Geräte an etwa 70 Standorten, darunter in den Präfekturen Miyagi und Shizuoka.

Im bisherigen Verlauf dieses Finanzjahres hat die Polizei die Geräte an etwa 60 Standorten installiert, darunter in den Präfekturen Saitama und Fukuoka und beabsichtigt sie im Finanzjahr 2021 auch in Tokyo und in der Präfektur Osaka zu installieren.

„Je mehr Verkehrssignale für die App bereitstehen, desto größer wird die Zahl der Benutzer sein“, sagte ein Vertreter der Polizei. „Wir wollen sie im ganzen Land verbreiten und es für Menschen mit Behinderungen sicherer machen, Kreuzungen zu überqueren.“

Tödlicher Unfall ist der Grund für die Einführung des Systems

Ein tödlicher Unfall vor zwei Wintern Jahren ist der Grund, wieso das System nun schnell ausgebaut werden soll, so die Polizei.

Ein 64-jähriger sehbehinderter Mann überquerte am 7. Dezember 2018 gegen 4.30 Uhr morgens auf seinem Weg zur Arbeit in der Präfektur Chiba in der Nähe des Bahnhofs JR Komagome in Tokyo eine Straße.

Der Zebrastreifen war mit einem akustischen Verkehrssignal ausgestattet, das zu diesem Zeitpunkt aber nicht in Betrieb gewesen ist. Beim Überqueren der Straße wurde der Mann von einem Auto erfasst und verstarb kurze Zeit später.

Nach dem Unfall gab der japanische Verband der Sehbehinderten eine Erklärung heraus, in der alternative Funktionen gefordert wurden, um sicherzustellen, dass sehbehinderte Fußgänger die Farbe eines Signals kennen, wenn das akustische System ausgeschaltet ist.

Seitdem arbeitet die Polizei daran, ein System einzurichten, das blinden Fußgängern ermöglicht, mithilfe der Smartphone-App, Straßen sicher zu überqueren.

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