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Feuerwerk, Tanz und buntes Treiben

Sommerfeste in Japan erwachen nach zwei Jahren aus der Corona-Pause

Sie sind aus den japanischen Sommermonaten nicht wegzudenken: die Sommerfeste. Für viele Japaner sind die Veranstaltungen in den Monaten nach der Regenzeit ein fester Höhepunkt des Jahres. Zu den Festen kommen Gemeinschaften zusammen, um den Sommer und die Bon-Zeit – das buddhistische Totenfest – zu feiern.

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Japanische Sommerfeste sind ein besonderes Spektakel. Schreine und ihre Umgebung werden zu ausgedehnten Straßenfesten mit Musik, Spielen und allerlei kulinarischen Angeboten. Stadtverwaltungen, Geschäfte und Anwohner stellen bunte Programme zusammen. In sommerlichen Yukata ziehen die Gäste in den Abendstunden über das beleuchtete Festgelände und oft winkt zum Abschluss ein prächtiges Feuerwerk.

Sommerfeste sind bedeutendes Kulturgut Japans

Doch in den letzten zwei Jahren waren die japanischen Sommer still. Als Schutz gegen die Ausbreitung des Corona-Virus fielen die Feste fast überall im Land ersatzlos aus. Für die Menschen in Japan ein gewaltiger Verlust, sind die sommerlichen Feiern doch ein wichtiges Kulturgut. Nun aber dürfen die Yukata wieder aus dem Schrank geholt werden, denn in vielen Regionen Japans finden die Sommerfeste nun wieder statt.

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Ganz unbeschwert kann dieses Jahr jedoch noch nicht gefeiert werden. Die Veranstaltungen finden weiterhin mit Schutzmaßnahmen gegen Infektionen statt. Davon lassen sich die Veranstalter aber nicht entmutigen und erwarten einen großen Andrang. In der Präfektur Gifu etwa beginnt am 9. Juli das bis zum 3. September andauernde Gujo Odori. Das Event, auch bekannt als “längstes Bon-Tanz-Fest Japans”, gilt nach Festlegung der Regierung als wichtiges immaterielles Volks-Kulturgut. Bon-Tänze sind einfache Gemeinschafts-Tänze, die zum Obon-Fest aufgeführt werden. An ihnen nehmen hunderte bis tausende Tänzer teil.

Anstatt der üblichen 31 Tanzabende wird es dieses Jahr nur 17 geben, um Infektionsrisiken zu vermindern. Gleichzeitig wird das Festgelände erstmals mit einem Eingangsbereich versehen. Dort wird die Zahl der Besucher überwacht. Für die gibt es dann ein Rotations-System. Ist die vorgegebene Höchstzahl erreicht, dürfen neue Besucher erst zu den Tänzen, wenn andere gegangen sind.

Tänze und Feuerwerke mit Besucherbeschränkungen

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Dass das Gujo Odori 2022 stattfinden kann, freut besonders einen lokalen Verein, der sich dem Erhalt der Festtradition verschrieben hat. Der zählt dieses Jahr nämlich das 100-jährige Jubiläum des beliebten Volksfestes. Jetzt übt man dort fleißig die Tänze für die kommenden Wochen. “Wir geben beim Üben der Musik und der Tänze für die Veranstaltung alles”, so der 89-jährige Vereinsleiter Masamitsu Fujita. “Wir möchten die Erwartungen der Menschen erfüllen, die sich auf das Fest freuen.”

In der Präfektur Kochi findet die Tanz-Veranstaltung Yosakoi Matsuri wieder statt. Bei Yosakoi handelt es sich um aufwändig choreografierte Tanzstücke mit bunten Kostümen, die unter anderem von Studenten- und Schülergruppen aufgeführt werden. Bereits im August dürfen sich die Bewohner Kochis auf das Fest freuen, das diesmal jedoch mit einem kleineren Gelände und weniger Zuschauenden auskommen muss. Statt der üblichen zweihundert Tanzgruppen an vier Festtagen treten diesmal nur einhundert Gruppen an zwei Tagen auf. Auch Temperaturmessungen für die Besucher wird es rund um die Veranstaltung geben.

Auch in der Region Niigata freut man sich auf ein wiederkehrendes Fest, dort startet am 2. August das Nagaoka Fireworks Festival. Zwei Tage lang können die Menschen dort am Abend funkelnde Feuerwerke bewundern – das Fest zählt zu den drei größten Feuerwerks-Shows Japans. Um ungesteuerte Menschenmassen zu vermeiden, hat man sich entschieden, auf kostenlose Plätze zum Anschauen des Feuerwerks zu verzichten. Dafür stehen statt der üblichen 110.000 bezahlten Sitzplätze diesmal 160.000 zur Verfügung. So möchte man eine bessere Kontrolle über den Besucherfluss behalten. Die Organisatoren hoffen, dass die Menschen trotz der Änderungen das Fest genauso genießen werden wie vor der Pandemie.

In anderen Teilen Japans hält man sich jedoch auch 2022 noch zurück. So etwa in der Präfektur Gunma, wo der Yagibushi Odori-Tanz des Kiryu Yagibushi Matsuri zum dritten Mal abgesagt wurde. Die Menschenmassen, die sich zum Tanzen beim Fest versammeln, waren den Veranstaltern zu riskant. Einzelne Programmpunkte des Festes, ebenso wie ein Yagibushi-Tanz für Kinder und Jugendliche, werden jedoch mit Schutzmaßnahmen durchgeführt.

“Wir möchten nicht, dass die Lichter des Festivals ganz ausgehen”, so ein Vertreter der Stadt Kiryu. “Wir hoffen, dass es nächstes Jahr wieder in voller Pracht abgehalten werden kann. Auch mit den noch bestehenden Einschränkungen dürften sich die Menschen in Japan freuen, eine ihrer liebsten Sommertraditionen endlich wieder ausleben zu können.

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