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Es mangelt an Mitarbeitern

20 Prozent der Fälle von vermissten ausländischen Praktikanten werden in Japan nicht untersucht

In Japan kommt es immer wieder vor, dass ausländische technische Praktikanten plötzlich nicht mehr an ihrem Arbeitsplatz auftauchen. Eine Studie zeigt, dass in mehreren Fällen die Arbeitgeber nach dem Verschwinden ihrer Arbeitskräfte nicht untersucht wurden.

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Laut der Organization for Technical Intern Training (OTIT) wurden zwischen April und September 2019 in 3.639 Fällen Praktikanten als vermisst gemeldet. Bis Ende März wurden allerdings 755 Fälle davon nicht von der Organisation überprüft.

Kommende Praktikanten sollen vor unangemessenen Arbeitgebern geschützt werden

Nach Angaben des Board of Audit, welches die Umfrage durchführte, wurden in 557 Fällen nicht einmal Lohnbücher, Zeitkarten oder andere Beweismittel gesammelt. Grund für die fehlenden Untersuchungen ist wohl der Personalmangel beim OTIT.

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Die Umfrage von dem Board of Audit fand auf eine Bitte des Parlamentes hin statt, nachdem 2019 das revidierte Einwanderungskontrollgesetz in Kraft getreten war, was ausländische technische Praktikanten besser schützen soll.

Vor-Ort-Begehungen von Betrieben und Aufsichtsgruppen für Personen ausländischer Herkunft sind in dem Berufsbildungsgesetz geregelt. Sie sollen sofort durchgeführt werden, wenn es zu Vermisstenmeldungen kommt. Wenn eine Inspektion nicht möglich ist, soll trotzdem so früh wie möglich entsprechendes Material gesichert werden.

Das ist aber, wie die Untersuchung zeigt, mehrmals gar nicht vorgekommen, was ein großes Problem ist. Die Organisation soll das staatliche Praktikantenprogramm überwachen, das für junge Menschen aus ärmeren asiatischen Ländern gedacht ist. Sie sollen in Japan wichtige Berufsfähigkeiten in verschiedenen Bereichen aneignen, die sie dann in ihrer Heimat nutzen können.

Organisation kommt bei den Vermisstenfällen nicht hinterher

Immer wieder kommt es aber vor, dass die betroffenen Personen von ihren japanischen Arbeitgebern ausgenutzt und misshandelt werden. Für einige wird die Situation so unerträglich, dass sie von ihrem Ausbildungsplatz flüchten. Um solche Vorfälle zu verhindern und die Praktikanten zu schützen, ist eine rechtzeitige Untersuchung bei verdächtigen Arbeitsplätzen wichtig.

Aus dem Grund betont das Board of Audit, dass schnelle Kontrollen wichtig seien, bevor Beweise verschwinden würden und ein Teufelskreis von vermissten Praktikanten entstünde. Das OTIT wird aufgefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, damit das System ordnungsgemäß funktioniert.

Ein OTIT-Vertreter sagte, dass sie die noch ausbleibenden Inspektionen fortführen und sie schrittweise abbauen werden würden. Allgemein sei es aber schwierig, den Prozentsatz der offenen Fälle generell zu reduzieren, da immer wieder neue Fälle hinzukämen. So würden 20 bis 30 Prozent grundsätzlich nicht sofort erfasst werden können. Das lässt nun die Frage offen, ob das derzeitige System überhaupt noch funktionsfähig ist.

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