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Trotz eingeführtem Verbot

55 Prozent der Erziehungsberechtigten in Japan greifen zur körperlichen Gewalt bei der Erziehung

Laut einer aktuellen Umfrage von Save the Children haben 55,4 Prozent der Erziehungsberechtigten mindestens einmal körperliche Gewalt bei ihren Kindern angewendet, um sie zu disziplinieren.

Die Kinderschutzorganisation führte die Umfrage als Reaktion auf die im April 2020 in Kraft getretene Änderung des Gesetzes zur Verhinderung von Kindesmissbrauch durch. Durch die Änderung ist die körperliche Züchtigung von Kindern in Japan untersagt.

Körperliche Gewalt immer noch oft angewandt

Zwar ist die Zahl der Erziehungsberechtigten, die ihre Kinder körperlich disziplinieren, im Vergleich zu 2017 (70,1 Prozent) deutlich zurückgegangen, trotzdem zeigt das Ergebnis der Umfrage, dass körperliche Züchtigung in japanischen Haushalten weiterhin oft angewandt wird.

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Eine Umfrage im Dezember 2019 zeigte, dass eine Mehrheit in Japan diese Art der Bestrafung für angemessen hält. 37,1 Prozent der Befragten gaben an, dass sie neben der körperlichen Züchtigung ihre Kinder auch anschreien.

Im Februar befragte Save the Children 344 Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren, von denen 38,7 Prozent angaben, dass sie bereits einmal geschlagen worden sind. Nach Altersgruppe aufgeschlüsselt zeigt diese Umfrage, dass körperliche Züchtigung eher toleriert wird, je älter ein Kind ist.

Regierung muss mehr aufklären

Megumi Nishizaki, Projektleiterin der Abteilung für Hauswirtschaft und Leiterin der Umfrage, sagte: „Obwohl eine gewisse Verbesserung im Vergleich zu 2017 zu sehen war, sind weitere Maßnahmen zur Verbreitung des Bewusstseins erforderlich.“

Save the Children schlägt daher vor, dass die japanische Regierung eine kontinuierliche Untersuchung durchführt, die unter anderem die Meinung der Kinder einbezieht, sowie die Maßnahmen zur Unterstützung der Kindererziehung und die Erhöhung der zugewiesenen öffentlichen Mittel.

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