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HomeNachrichten aus JapanSoziales & Leben65 Prozent der Schulen in Chiba haben Vorschriften für Unterwäsche

Laut einer Umfrage müssen die meisten Schüler/Innen weiß tragen

65 Prozent der Schulen in Chiba haben Vorschriften für Unterwäsche

Die strengen Vorschriften an japanischen Schulen sind schon seit Jahren Thema für Diskussionen und geraten immer wieder in die Kritik. In der Präfektur Chiba wurde eine Umfrage durchgeführt, die ergab, dass es an 65 Prozent der Schulen weiterhin Vorschriften für die Unterwäsche der Schüler gibt, auch wenn dies nicht unumstritten ist.

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Der Ausschuss für Kinderrechte der Anwaltskammer von Chiba führte bereits im Oktober 2021 eine Umfrage bei der Regierung der Präfektur und in 54 Gemeinden durch. Die Kammer sammelte Angaben zu den Regeln an den öffentlichen Mittelschulen und führte Interviews direkt an den Schulen mit den Lehrkräften durch. Gleichzeitig wurden die Schulen und Behörden nach dem Zweck für diese Vorschriften befragt.

Unterwäsche, Haare und Socken

Die Ergebnisse wurden erst vor Kurzem veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass 36 Gemeinden (65,5 Prozent) erklärten, dass es Regeln für weiße Unterwäsche an den Mittelschulen gibt. An dieser Stelle regte die Kommission an, dass diese überprüft werden, da sie allgemein als unvernünftig angesehen werden. Bei Fragen nach dem Grund erklärten die Schulen, dass sie auf die Weise Modetrends ausschließen und die finanzielle Belastung für ärmere Familien minimieren wollen. Allerdings wurde auch angegeben, mit der weißen Unterwäsche wolle man verhindern, dass die öffentliche Moral gestört wird.

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45 weitere Gemeinden (81,8 Prozent) gaben an, dass bestimmte Frisuren an den Mittelschulen verboten sind. So ist es an einigen Schulen verboten, Zöpfe zu tragen. Die Schulen achten nach eigenen Angaben auf ein angemessenes Erscheinungsbild und wollen damit die Umgangsformen der Schüler und Schülerinnen fördern. In 54 Gemeinden (98,2 Prozent) gibt es Vorschriften für die Länge von Socken und Strumpfhosen. 41 Gemeinden (74,5 Prozent) der Schulen haben sogar Regeln für die Form und Farbe von Haargummis.

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An einer Online-Umfrage nahmen über 190 Schüler/Innen teil, die die Sekundarstufe I besuchten. Über 90 Prozent der Befragten erklärten, dass sie den aktuellen Regeln sehr skeptisch gegenüberstehen. Die Kommission will sich dafür einsetzen, dass in Chiba die Schulen und die Schüler/Innen jährlich miteinander in Diskussion treten, um zu überprüfen, ob die Vorschriften noch zeitgemäß sind oder geändert werden müssen.

Gouverneur von Chiba unterstützt Diskussion

Das japanische Bildungsministerium hat im August angeregt, dass alle Schulen ihre Regeln auf ihrer Webseite veröffentlichen und dabei auch erklären, wie sie festgelegt wurden und wie sie überarbeitet werden können. Der Ausschuss aus Chiba bekräftigt, dass die Rechte der Kinder auf ihre Freiheiten nicht vergessen werden dürfen.

Nach Veröffentlichung der Umfrage der Anwaltskammer äußerte sich auch der Gouverneur von Chiba auf einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen. Er unterstrich, dass die Autonomie der Kinder respektiert werden müsse und Schulregeln, die in der Gesellschaft auf Unverständnis stoßen, einer Überarbeitung bedürfen. Die Schülervertretungen sind aufgerufen, sich zu Wort zu melden und gemeinsam mit den Eltern an die Schulen heranzutreten, um Änderungen in Gang zu setzen. Der Gouverneur selbst wolle sie in diesen Bemühungen unterstützen.

Der Leiter der Schulbehörde von Chiba war bei derselben Konferenz zugegen und sagte, dass man mit den Regeln keinesfalls die Absicht habe, die Menschenrechte der Schülerinnen und Schüler zu verletzten. Auch er bekräftigte, dass die Schulen mit den ihnen anvertrauten Kindern in Kontakt treten wollen, um über nicht mehr zeitgemäße Regeln zu diskutieren und diese zu überprüfen.

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