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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenArtisten mit Behinderung begeistern Publikum in Tokyo

Laien-Darsteller und Profis sorgen für eine außergewöhnliche Show

Artisten mit Behinderung begeistern Publikum in Tokyo

In Japan gibt es mehrere sogenannten „soziale Zirkus“-Projekte, in denen Artisten mit Beeinträchtigungen die Menschen unterhalten. Diese helfen das Leben der Menschen mit Behinderung zu verbessern und sprechen gleichzeitig soziale Probleme im Land an. Vor Kurzem sorgte eine Vorstellung im Tokyoter Szene-Stadtteil Ikebukuro wieder für Aufsehen.

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Diese besonderen Zirkus-Zelte fügen sich oftmals direkt in das Stadtbild mit seinen Hochhäusern ein. Im Inneren sorgt für allem die Vorstellung der Artisten immer wieder für Erstaunen, denn die verschiedenen Beeinträchtigungen wie Rollstühle werden den Zuschauern direkt vor Augen geführt.

Artisten mit und ohne Beeinträchtigungen zeigen gemeinsam ihre Tricks

Ein Artist ist der 22-jährige Hazuki Kubota, der im Rollstuhl sitzt. Gekleidet in ein auffälliges Kostüm wird er direkt zu Anfang mit ihrem Rollstuhl vier Meter in die Höhe gezogen. Kubota hat eine zerebrale Lähmung und deswegen Schwierigkeiten seine Gliedmaßen schnell und gezielt zu steuern, weswegen es für ihn bisher fast unmöglich war, als Künstler aufzutreten. Deswegen wird er im Social Circus von einer erfahrenen Darstellerin unterstützt.

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Oftmals sind in diesen speziellen Shows Laien-Darsteller zu sehen. In Ikebukuro waren 43 Hobby-Artisten mit Beeinträchtigungen zu sehen. Alle Teilnehmer machten 2016 ihre ersten Erfahrungen mit der Manege, als sie bei einem Workshop der gemeinnützigen Organisation Slow Label aus Yokohama mitmachten.

Die Organisation geht immer wieder direkt an die Arbeitsplätze oder in Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen, um neue Darsteller für den Zirkus zu finden. Durch Workshops werden diejenigen, die sich dafür begeistern lassen, für die große Bühne fit gemacht. Dabei bekommen die Laien immer professionelle „Begleiter“ an die Seite gestellt. Slow Label arbeitet seit 2014 an den Zirkus-Projekten.

besondere Artisten zeigen ihre Kunst
Artisten mit und ohne Beeinträchtigung Bild: Slow Label
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Menschen mit Beeinträchtigungen werden von ihrem Umfeld oftmals eher davon abgehalten, neue Herausforderungen anzunehmen, weil es für sie zu gefährlich sei. An dieser Stelle setzt die Slow Label-Organisation an, die diesen Leuten hilft, sich gemeinsam auf neue Wege zu begeben. Durch die lange Vorbereitungszeit erhalten die Laien-Artisten die Gelegenheit, sich optimal auf ihren großen Auftritt vorzubereiten.

Online für alle zum Anschauen

Auch Mitglieder mit geistiger Behinderung, wie sie durch das Down-Syndrom hervorgerufen werden, gehören zum Ensemble des Social Circus. Diese können ebenfalls an extra für sie organisierten Vorbereitungsveranstaltungen. Beschäftigungsangebote für sie gibt es in Japan nur selten, deswegen sind die Workshops von Slow Label eine gute Gelegenheit, neue Fähigkeiten zu erlernen und somit den Alltag zu bereichern.

Viele Laien-Artisten bleiben dem Social Circus für längere Zeit erhalten und sind immer wieder in den Shows zu sehen. Seit 2019 gibt es in Japan die „Social Circus“. Der Begriff stammt ursprünglich aus Europa und sollte den Menschen helfen, die in Armut lebten oder andere soziale Probleme hatten. Allerdings fielen die meisten Veranstaltungen des besonderen Zirkus der Corona-Pandemie zum Opfer.

Ursprünglich sollten die Künstler im Beisein des Publikums ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die Verkündung des Ausnahmezustandes macht das unmöglich, deswegen wird die Show vom ersten Juni bis Ende Juli kostenlos auf YouTube zu sehen sein.

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