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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenArztkosten für Oberschüler und Kinder in Tokyo sollen ab 2023 entfallen

Unabhängig vom Einkommen sind dann alle Arztbesuche für Kinder kostenlos

Arztkosten für Oberschüler und Kinder in Tokyo sollen ab 2023 entfallen

Der Großraum Tokyo besteht aus 23 Bezirken und circa drei Dutzend weiteren Gebieten wie Städten oder Dörfern, die offiziell aber ebenfalls zum Stadtgebiet gehören. Diese 23 Bezirke gelten als am weitesten entwickelt und bieten einen sehr guten Zugang zu Schulen, Arbeitsmöglichkeiten und anderen Einrichtungen des öffentlichen Lebens. Doch dieser Komfort führt auch dazu, dass die Mieten und auch Konsumgüter wesentlich teurer sind.

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Das Leben in den Bezirken Tokyos könnte ab dem nächsten Jahr für Familien jedoch billiger werden, denn Arztrechnungen für Oberschüler und jüngere Kinder müssen dann nicht mehr von den Eltern bezahlt werden. Der Bürgermeister des Bezirks Koto stellte einen entsprechenden Plan nach einer Konferenz mit den Bürgermeistern aller 23 Bezirke am 21. Juni vor.

Kinder dürfen kostenlos zum Arzt

Mit Beginn des nächsten Haushaltsjahres wollte der Großraum Tokyo, zu dem alle Bezirke und angeschlossenen Regionen gehören, ein dreijähriges Programm auflegen, bei dem Eltern von Kindern bis zum Schulalter die Arztbesuche ihrer Sprösslinge nicht mehr selbst bezahlen müssen. Dies sollte ursprünglich nur für einkommensschwache Familien gelten. Der Bürgermeister von Koto erklärte, die 23 Bezirke hätten gemeinsam beschlossen, die medizinischen Kosten für Kinder bis zum Oberschulalter vollständig zu übernehmen. Dabei werde das Einkommen der Eltern keine Rolle spielen.

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Mit dem Projekt wollen die 23 Bezirke Eltern bei der Kindererziehung unterstützen und gleichzeitig der stetig sinkenden Geburtenrate entgegenwirken. Man habe sich zu diesem Schritt entschlossen, weil man gemeinsam ein Tokyo schaffen wolle, in dem es leicht sei, Kinder zu bekommen und sie wohlbehalten großzuziehen. Man wolle alle Eltern unabhängig von Einkommensbeschränkungen unterstützen und ihnen deswegen die Kosten für Arztbesuche abnehmen. Das Programm startet voraussichtlich im April 2023.

Tokyo will wieder mehr Familien

Planungen für ein ähnliches Programm gab es bereits seit einiger Zeit. Die Ausweitung der Leistungen auf alle Familien in den 23 Bezirken, in denen immerhin fast 9,4 Millionen Einwohner leben, und der Verzicht auf jegliche Selbstbeteiligung an den Kosten machen das Projekt insgesamt wesentlich teurer. Schätzungsweise 1,3 Milliarden Yen (circa 9,1 Millionen Euro) mehr müssten eingeplant werden. Die Bürgermeister der 23 Bezirke erklärten, dass die Bezirke diese Kosten übernehmen würden.

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Gleichzeitig bekräftigten die Teilnehmer allerdings auch ihre Forderung, dass die zentrale Regierung der Metropolregion Tokyo die Kosten ab 2026 allein übernehmen sollte. In Anbetracht der Tatsache, dass Arztbesuche in Japan insgesamt teurer werden und die Geburtenrate nach wie vor äußerst niedrig ist, sollten die großen Regionen weiterhin nach Maßnahmen suchen, um mehr Familien ein gutes Leben zu ermöglichen und für deren Zuwachse zu sorgen.

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