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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenAusländische Aktionäre fordern mehr Frauen in den Chefetagen japanischer Unternehmen

Vor allem die Investoren aus Europa wollen mehr Frauen-Power

Ausländische Aktionäre fordern mehr Frauen in den Chefetagen japanischer Unternehmen

Vor Kurzem hielt der große japanische Kreditanbieter Acom seine Versammlung mit Aktionären ab. Dabei forderten vor allem Investoren aus Europa, die Satzung des Unternehmens so weit zu ändern, dass mindestens eine Frau im Vorstand Pflicht wird.

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Aktuell sind alle sechs Vorstandmitglieder Männer. Die Aktionäre argumentieren, dass die Beteiligung von Frauen an den Entscheidungsprozessen des Vorstands dazu führen, das Interesse der Kunden langfristig zu fördern. Bisher ist es in Japan aber eher eine Seltenheit, dass Investoren den Fokus auf die Ernennung von Männern und Frauen für die Vorstände legen.

Mehr Frauen sollen in großen Unternehmen Entscheidungen treffen

Die Geschäftsleitung von Acom war allerdings gegen diesen Vorstoß. Vielmehr werden die Mitarbeiter mit den erforderlichen Fähigkeiten für eine Arbeit im Vorstand, unabhängig vom Geschlecht und der Nationalität, ausgewählt. Zwar wurde der Vorschlag der europäischen Aktionäre erst einmal abgelehnt, allerdings erwarten Experten, dass der Druck auf die Unternehmen, mehr Frauen zu befördern, weiter zunehmen wird.

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Auch weitere Investoren üben großen Druck auf japanische Unternehmen aus, mehr weibliche Vorstandsmitglieder einzusetzen. Im Vergleich zu Europa oder den USA sind in japanischen Unternehmen sehr viel weniger Frauen in Führungspositionen zu finden. Bei mehreren Sitzungen in diesem Jahr wurde die geringe Anzahl an weiblichen Mitgliedern auch in den Aufsichtsräten bereits kritisiert.

Einige amerikanische und europäische Investoren haben den Frauenanteil in höheren Positionen bereits zu den Faktoren, die für eine finanzielle Beteiligung sprechen, ernannt. Deswegen werden japanische Unternehmen in der Zukunft wahrscheinlich gezwungen sein, ihre Frauenquote zu erhöhen. Auch institutionelle Anleger setzen sich für mehr Beteiligung von Frauen in den Entscheidungsprozessen ein.

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Einige Unternehmen größere Börsen-Unternehmen haben bereits angekündigt, sich aktiv um mehr weibliche Stimmen in den Leitgremien zu bemühen. Immer mehr Firmen, die von dem Geld internationaler Anleger profitieren, schicken sich jetzt an, sich an der Initiative zu beteiligen. Große internationale Firmen, die in Japan ebenfalls aktiv sind, haben bereits Anfang des Jahres gegen männliche Vorstandmitglieder votiert, wenn es noch keine Frau im Vorstand gab.

Internationale Aktionäre wollen auch weiterhin die Nominierung von männlichen Firmenchefs blockieren, wenn in den Verwaltungsgremien kein Platz mit einer Frau besetzt ist. Grund für dieses Vorgehen ist der weltweit niedrige Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten japanischer Unternehmen.

Nur ausländische Aktionäre sprechen sich für Wandel aus

In nur 72 großen japanischen Börsen-Unternehmen sitzen Frauen im Vorstand. In den USA liegt die Zahl im Vergleich bei 393 Top-Unternehmen. Allerdings gibt es erste Versuche, sich dem Problem zu nähern. Bei einem großen Hersteller von Haarpflege-Produkten kam eine Transgender-Person als externe Mitglied in den Vorstand. In dem Unternehmen sind jetzt drei der 12 Vorstandmitglieder nicht männlichen Geschlechts.

Vorher gab es nur eine Frau unter den sieben Vorstandmitgliedern. Die Aktionäre setzten sich stark für eine Erhöhung der Zahlen ein, und hatten letzten Endes damit Erfolg. Die Firma hatte verschiedenen Schritte abgewogen und sich deswegen entschieden, mehr Frauen zu berufen. Trotzdem fällt es weiterhin auf, dass es vor allem ausländische Investoren für die Anzahl der Frauen in den Chefetagen interessieren. Diese haben normalerweise nur während der Hauptversammlung die Möglichkeit, ihre Stimmrechte wahrzunehmen.

In den dabei präsentierten Dokumenten sind dann jedoch oftmals nur die Namen der Vorstandsmitglieder aufgeführt und für ausländische Investoren ist es nicht immer leicht, die Geschlechter zu erkennen. Deswegen fordern immer mehr Experten, dass die japanischen Unternehmen ihren Auskunftspflichten auch in dieser Stelle im vollen Umfang nachkommen. Der Unwille dies zu tun, würde aber leider auch zeigen, dass die Bestrebungen mehr Frauen in den Vorstand zu berufen, bei vielen Unternehmen nicht weit ausgebildet sind.

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