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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenBezirk von Tokyo verteilt Menstruationsprodukte kostenlos

Reis, Cracker und Kekse werden ebenfalls verteilt

Bezirk von Tokyo verteilt Menstruationsprodukte kostenlos

Die Menstruation ist nichts, was sich jemand aussuchen kann. Umso frustrierender ist es für Menschen in Japan, dass Menstruationsprodukte relativ teuer sind. Der Stadtbezirk Toshima in Tokyo ist sich dem Problem bewusst und verteilte die Produkte nun kostenlos.

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Am 12. März gab der Bezirk das Hilfsprojekt bekannt. Über die Initiative verteilen sie Sanitärprodukte und andere Hilfsgüter an Bewohner, die gerade dafür nicht das Geld haben. Seit dem 15. März werden die Produkte nun über die Women’s Consultation Group, die Childcare Support Division, das Gender Equality Promotion Center und das Toshima Ward Citizens‘ Social Welfare Council ausgegeben.

Menstruationsprodukte und etwas zu Essen

Das Hilfspaket kann sich dabei jeder abholen, der Menstruationsprodukte benötigt, wobei es aber nur eine Packung pro Haushalt gibt. Enthalten sind in der Schenkung 30 Binden, eine Tüte Reis, 26 Notfall-Cracker und 15 Kekse.

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Personen müssen ihre Identität nicht nachweisen, sondern nur das „TOSHIMA Sanitary Drive“-Logo vorzeigen. Das geht entweder übers Smartphone oder mithilfe einer Karte, die es direkt in den entsprechenden Einrichtungen gibt. Ob die Hilfe auch Obdachlosen zugänglich ist, ist nicht bestätigt.

Periodenarmut ist ein ernsthaftes Problem

Allgemein will Toshima mit der Aktion gegen die Periodenarmut ankämpfen, die viele Menschen in Japan betrifft. Leider hat die Sache noch einen Haken. Der Bezirk wird die Hilfe nur so lange anbieten, wie sie auch Material dazu haben, was genau 230 Pakete sind.

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Wenn alle Pakete vergeben sind, ist das Projekt vorerst vorbei und bisher wurde nicht bestätigt, ob die Aktion später fortgeführt wird. Die Nachfrage ist jedoch enorm und bereits nach einem Tag waren fast alle Pakete vergeben.

Im Oktober 2019 war das Thema Periodenarmut in Japan wieder laut geworden, da die Verbrauchersteuer angehoben wurde. Die Menstruationsprodukte erhielten dabei einen Prozentsatz von zehn Prozent, was für viele zu einem finanziellen Problem wurde.

Zur Pandemie wurde nun ebenfalls deutlich, dass sich nicht jede Person die Produkte leisten kann. Aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Gehaltskürzungen mussten sich die Menschen teilweise zwischen den Hygieneartikeln oder was richtigem zu Essen entscheiden.

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