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Weiße Wäsche nicht mehr Pflicht

Bildungsausschuss der Präfektur Saga schafft Unterwäscheregel an Schulen ab

Welche Farbe darf die Unterwäsche eines Schülers haben? In der Präfektur Saga hieß die Antwort lange Zeit: weiß. Eine Vorgabe, die der Bildungsausschuss der Präfektur nun abschafft.

Es gehe die Lehrer schlichtweg nichts an, welche Farbe die Unterwäsche ihrer Schüler hat, heißt es aus dem Bildungsausschuss. Die Mitglieder sehen diese veralteten Maßstäbe als Eingriff in die Privatsphäre der Schüler an, die heutzutage nicht mehr vertretbar sind. An der Versammlung nahmen der Gouverneur von Saga, Yoshinori Yamaguchi, sowie fünf Mitglieder des Ausschusses teil.

Bildungsausschuss überprüfte mehrere Regeln

Die Diskussion wurde angestoßen, da allgemein die Besorgnis über unnötige Regeln wuchs, die den Schulalltag belasten statt bereichern. Die Unterwäsche-Regel war demnach nicht die einzige Vorgabe, die seitens der Mitglieder des Ausschusses auf den Prüfstand gestellt worden ist. Auch Einschränkungen wie das Verbot von Schoßdecken und unterschiedliche Uniformvorschriften für Jungen und Mädchen wurden wieder abgeschafft.

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Mittlerweile haben bereits 46 Schulen in der Präfektur veraltete Regeln gestrichen oder angepasst, die sie als unangemessen betrachten. An der Diskussion beteiligen sich alle Ober-, Mittel- und Förderschulen aus Saga. 14 von ihnen verpflichteten ihre Schüler bisher, weiße Unterwäsche unter ihrer Schuluniform zu tragen.

Bevor der Bildungsausschuss am 24. März über den Sinn der Regelung beriet, beschäftigte sich die Anwaltskammer von Saga mit der Unterwäsche-Vorschrift. Im November 2020 übermittelte sie der Schulbehörde der Präfektur schließlich einen Vorschlag für eine Reform.

„Ich glaube, dass die Schulregeln in angemessener Weise geändert wurden“, sagte Yuji Ochiai, der Leiter der Bildungsbehörde in Saga.

Schülerinnen mussten ihren BH-Träger vorzeigen

Mit dem Kippen der Regel hat auch die visuelle Überprüfung der Unterwäsche durch die Lehrer ein Ende. Die weiße Unterwäsche sei durch die Kleidung hindurch sichtbar gewesen – die Überprüfung löste bei den Schülern Scham aus.

Teilweise sei von Schülerinnen auch verlangt worden, dass sie für die Überprüfung ihren BH-Träger präsentieren. Das erzählten Schüler der Junior High School von Saga, die im Zuge einer Studie von einem Anwalt zu dem Thema befragt worden sind.

Der Fortschritt der Schulregelreform war Thema des Treffens des Bildungsausschusses am 24. März.
Der Fortschritt der Schulregelreform war Thema des Treffens des Bildungsausschusses am 24. März. Bild: AS

Mit der Abschaffung dieser Kleidervorgabe soll das Bildungsumfeld der Schüler wieder angenehmer für sie werden. Um das zu ermöglichen, setzen sich im ganzen Land immer mehr Menschen gegen die teils unsinnigen Regeln ein. Doch einige der aktuell bekannten Vorgaben sollen zumindest in Saga weiterhin bestehen bleiben.

Beispielsweise bleibt bei 16 von 24 Schulen weiterhin die Teilzeitarbeit für Schüler untersagt. 14 von 28 Schulen wollen nach wie vor verbieten, dass Kinder ohne einen Erziehungsberechtigten außerhalb ihres Zuhauses übernachten. 26 von 39 Schulen halten an ihrem „Verbot von Dauerwellen, Bleichen, Färben und anderen auffälligen Frisuren“ fest.

Behörde will weiterhin Schulen zu Reformen ermutigen

Die Bildungsbehörde von Saga akzeptiert die Entscheidungen der Schulen, betont aber, dass sie zum Wohl der Schüler auch in Zukunft die Bildungseinrichtungen dazu ermutigen werde, Reformen durchzuführen und alte Muster zu überdenken.

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