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Aus Angst vor einer Infektion

Coronavirus führt zu mehr Rassismus in Japan

Der Rassismus gegenüber ausländischen Einwohnern hat in Japan in den letzten Wochen durch den Anstieg der Coronavirus-Infektionen zugenommen, insbesondere bei Gruppen, bei denen es zu Cluster-Infektionen gekommen ist.

In den sozialen Medien tauchen immer mehr rassistische Kommentare gegen Ausländer auf. Gleichzeitig haben die Behörden Probleme, Notfallinformationen in anderen Sprachen zur Verfügung zu stellen. Ein Problem, das seit dem Beginn der Pandemie besteht, sich nun aber noch einmal verstärkt.

Rassismus aus Angst vor einer Infektion

Als in der Stadt Oizumi eine Cluster-Infektion in der brasilianischen Gemeinde ausgebrochen ist, konnte man schnell Beiträge in den sozialen Medien lesen, in denen behauptet wurde, dass es viel schlimmer sei, da an einer Schule ein Infektionscluster ausgebrochen sei und die Stadtverwaltung die Infektionen vertuschen will.

Mehr zum Thema:  Japanische Regierung muss die Diskriminierung von Coronavirus-Infizierten bekämpfen

Zudem wurde geschrieben, dass es besser ist, nicht mit den Kindern von Ausländern zu spielen. Auch einige Geschäfte haben reagiert und verweigern ausländischen Einwohnern, insbesondere den Schülern der besagten Schule, den Zutritt. Ein Betreiber eines Schönheitssalons sagte dazu: „Ich habe gehört, dass es viele Schülerinnen und Schüler gab, die die Anweisung, nicht hinauszugehen, nicht befolgten.“

Besorgt über die unbegründeten Gerüchte richtete die Stadtverwaltung von Oizumi im September an drei Stellen Beratungszentren für ausländische Einwohner ein. Am 5. November wurde ein aus Ärzten und Anwälten bestehendes Netzwerk eingerichtet, um den von den Gerüchten betroffenen Menschen Unterstützung zukommen zu lassen. Der Gouverneur von Gunma hat die Einwohner auf Pressekonferenzen wiederholt aufgefordert, ausländische Staatsangehörige nicht zu diffamieren oder zu diskriminieren, da auch sie in der Präfektur leben und arbeiten.

Sprachbarriere führt zu Problemen

Die Angst Rassismus zu erfahren, führt bei einigen Menschen dazu, dass sie ihre Infektion weder ihren Arbeitgeber melden, noch ihrer Familie und Freunden erzählen oder sie sich nicht bei der Hotline melden, die einige Präfekturen eingerichtet haben, um sich beraten zu lassen. Die Situation führt unweigerlich dazu, dass sich Infektionen schneller ausbreiten können.

Zusätzlich macht es die Sprachbarriere oft für die regionalen Gesundheitsämter schwierig, Infektionswege nachzuvollziehen. Eine Mitarbeiterin eines Gesundheitsamts sagt dazu: „Es stellt sich auch die Frage, ob die Warnhinweise, die wir versuchen weiterzugeben, richtig vermittelt werden.“

Japans Regierung versucht zu reagieren

Japans Regierung versucht aktuell über alle verfügbaren Kanäle detaillierte Informationen bereitzustellen und Dolmetscher zu organisieren, die den regionalen Behörden helfen sollen, Informationen weiterzugeben.

Auch die Stadtverwaltung von Tokyo hat mittlerweile reagiert und eine Webseite in 17 Sprachen veröffentlicht, in der beschrieben wird, wie mit der Pandemie umgegangen wird.

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