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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenErdbeben in Japan löst erneut eine Welle von Gerüchten und Rassismus aus

Fake News treffen auf fruchtbaren Boden

Erdbeben in Japan löst erneut eine Welle von Gerüchten und Rassismus aus

Nach dem Erdbeben, das am Wochenende die Tohoku-Region in Japan traf, kam es erneut zu einer Welle von Rassismus, Diskriminierung und Gerüchten in den japanischen sozialen Netzwerken.

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Ähnliche Phänomene wurden nach jeder Katastrophe in Japan beobachtet, was 1923, nach einem Erdbeben, das Ostjapan traf, zu einem Massaker an der koreanischen Bevölkerung geführt hatte. Im Gegensatz zu damals verbreiten sich besonders Gerüchte heute um einiges schneller.

Gerüchte über Ausländer, die Brunnen vergiften

Unmittelbar nach dem Erdbeben wurden auf Twitter Tweets veröffentlicht, in denen es hieß, dass Koreaner und Menschen dunklerer Hautfarbe Gift in Brunnen werfen würden. Die gleichen Behauptungen wurden auch nach dem großen Kanto-Erdbeben gemacht und einige Online-Nutzer haben dies offensichtlich abgeschaut.

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Da viele Menschen nach einer Katastrophe verständlicherweise ängstlich sind, verbreiten sich Gerüchte schneller als  normalerweise.

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Daher bereiteten sich auf Falschinformationen rasant, auch wenn manchmal vielleicht keine böse Absicht dahintersteckt. Ein Beispiel ist die falsche Nachricht über eine Explosion in Ichihara, was Bilder auch beweisen sollten. Angeblich habe eine Fabrik gebrannt. Laut dem Ichihara City Fire Department gab es allerdings keinen Brand.

Ein Sprecher der betroffenen Firma, die Erdölprodukte herstellt, sagte, dass man eine große Menge Gas verbrannt habe, als durch das Erdbeben der Strom ausfiel.

Viele Menschen glauben falsche Behauptungen

Nach dem großen-Erdbeben 2011 gab es einige Behauptungen, dass Ausländer plündern wurden. Ein Forscher der Tohoku Gakuin University führte eine Umfrage unter den Einwohnern der Stadt Sendai in der Präfektur Miyagi durch und fand heraus, dass über 80 Prozent der Befragten angaben, dieses Gerücht glaubten.

Nach den sintflutartigen Regenfällen, die den Westen Japans im Juli 2018 heimsuchten, wurde das Gerücht im Umlauf gebracht, dass Ausländer Brände legen würden.

Genau prüfen, um keinen Schaden anzurichten

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Beim Kumamoto-Erdbeben 2016 wurde ein Mann aus der Präfektur Kanagawa, südlich von Tokyo, wegen Geschäftsbehinderung verhaftet, da er Twitter postete, dass ein Löwe aus einem Zoo entkommen sei.

Viele Tweets die Gerüchte streuten oder ganz offen Rassismus enthalten haben, sind mittlerweile wieder gelöscht worden. Experten raten allerdings dazu, solche Nachrichten genau zu überprüfen, bevor man sie weiter verbreitet, da sie große Schäden anrichten können und Menschen, die sowieso verängstigt sind, noch weiter verunsichern könnten.

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