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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenErste japanische Präfektur führt Registrierungssystem für LGBTQ-freundliche Unternehmen ein

Start soll noch diesen Monat sein

Erste japanische Präfektur führt Registrierungssystem für LGBTQ-freundliche Unternehmen ein

In Japan setzt man sich immer mehr für die Rechte von sexuellen Minderheiten ein. Saitama will nun im Rahmen ihres Projekts zur Schaffung eines bequemen Arbeitsumfeldes für sexuelle Minderheiten als erste Präfektur ein System starten, über das sich LGBTQ-freundliche Unternehmen registrieren lassen können.

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Wie die Regierung der Präfektur am 6. September bekannt gab, sollen die ersten Registrierungen bereits ab dem 29. September akzeptiert werden. Es dürfen sich dabei alle Unternehmen anmelden, die sich in Saitama befinden und eine offizielle Online-Schulung der Präfektur zum Thema LGBTQ absolviert haben.

Unternehmen sollen durch das System motiviert werden

Später wird dann auf der Webseite der Präfektur über den Status und die Bemühungen zur Gleichberechtigung von LGBTQ-Mitarbeitenden der entsprechenden Firmen öffentlich informiert. Insgesamt können Unternehmen 40 verschiedene Maßnahmen in acht Kategorien melden.

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Dazu gehören Firmenrichtlinien zur Achtung der sexuellen Vielfalt, Initiativen zur Förderung des Verständnisses, Beratungssysteme und Sozialsysteme für LGBTQ-Mitarbeitende. Der Präfektur ist dabei bewusst, dass die Bemühungen der Firmen oft sehr unterschiedlich in ihrer Wirksamkeit sind.

Gouverneur Motohiro Ono sagte auf einer Pressekonferenz, dass es Lücken und kein gemeinsames Verständnis unter den Unternehmen gebe, wie man das Problem angehen könne. Daher soll das System dazu motivieren, mit dem zu beginnen, was man selbst umsetzen kann, sodass man sich an anderen Unternehmen ein Beispiel nehmen kann.

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Das Online-Seminar wird bereits von der Präfektur angeboten. Zusätzlich wurde eine Beratungsstelle zu LGBTQ-Themen eröffnet, die sich an Führungskräfte und Personalmitarbeitende richtet. Beide Angebote sind komplett kostenfrei nutzbar.

Vielfalt bedeutet Attraktivität

Da es in Japan kein allgemeines Gesetz zum Schutz von sexuellen Minderheiten gibt, werden sie am Arbeitsplatz immer wieder Opfer von Diskriminierungen und Misshandlungen. Vor allem große Unternehmen ergreifen aus dem Grund eigene Maßnahmen, um ein sicheres Arbeitsumfeld zu schaffen.

Es geht dabei aber auch darum, in Zeiten des Arbeitskräftemangels attraktiv für junge Leute zu bleiben, besonderes auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Zuletzt hat Nintendo Japan bekannt gegeben, dass sie ihre Firmenphilosophie und interne Sozialsysteme angepasst haben, um allen Mitarbeitenden eine gleichberechtigte Behandlung und komfortables Arbeitsumfeld zu ermöglichen.

  • Themen im Artikel:
  • LGBT
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