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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenFamilie eines Bauarbeiters aus Osaka will Tod zu Karoshi erklären lassen

Der Mann arbeitete längere Zeit in der prallen Sonne

Familie eines Bauarbeiters aus Osaka will Tod zu Karoshi erklären lassen

Vor fünf Jahren starb ein Arbeiter auf einer Baustelle in Osaka nach mehreren Arbeitstagen in der blanken Sonne. Die trauernde Familie plant eine Zivilklage beim Bezirksgericht, um zu erreichen, den Tod offiziell als Karoshi (Tod durch Überarbeitung) anzuerkennen.

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Die Familie des damals 44-jährige Hideyuki Masunouchi versucht zu erreichen, dass die Regierung den Tod des Mannes als Tod durch Überarbeitung anerkennt. Eine nationale Norm aus dem Jahr 2021 berücksichtigt bei dieser Entscheidung, dass nicht nur Überstunden, sondern auch die allgemeinen Arbeitsbedingungen einen Beitrag zum Karoshi leisten können. Das Aufsichtsamt für Arbeitsnormen hatte einen ursprünglichen Antrag der Familie abgelehnt. Damals begründete man die Entscheidung damit, dass die Arbeitszeit unterhalb der Gefahrengrenze für den Tod durch Überarbeitung lag. Durch die Zivilklage soll die Entscheidung jetzt aufgehoben werden.

Führt Arbeiten in der Sonne zum Tod durch Überarbeitung?

Masunouchi arbeitete vor fünf Jahren für ein Bauunternehmen in der Präfektur Hyogo. Er war für die Verlegung und Abdichtung von Veranda-Fliesen und Holz-Panels zuständig. Nach Angaben der Familie wurde der Arbeiter am Abend des 8. Augusts 2018 ins Krankenhaus gebracht, nachdem er auf der Baustelle zusammengebrochen war. In der Klinik wurde eine Subarachnoidalblutung festgestellt, die dafür sorgte, dass der Japaner dauerhaft das Bewusstsein verlor. Am 21. September 2018 verstarb er. Der Mann hatte vorher mehrere Tage lang unter der sengenden Sommersonne gearbeitet.

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Im Juni 2019 stellte das Aufsichtsamt für Arbeitsnormen fest, dass der Bauarbeiter in den letzten zwei Monaten durchschnittlichen 62 Überstunden im Monat geleistet hatte. Masunouchis Ehefrau reichte eine Klage auf Entschädigung gegen den Arbeitgeber wegen Tod durch Überarbeitung ein. Diese wurde abgewiesen, da die offiziellen Grenzen für Karoshi bei durchschnittlich 80 Stunden pro Monat liegen. Im vorliegenden Fall wurden diese Grenzen damals nicht überschritten.

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Im September 2019 überarbeitete das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales erstmals seit 20 Jahren die Kriterien für die Anerkennung von arbeitsbedingten Verletzungen. Danach beantragte die Ehefrau des Arbeiters eine erneute Prüfung seines Falls. Im September 2022 revidierte der Berufungsausschuss der Arbeitsversicherung das vorherige Urteil. Dabei wurden durchschnittlich 73 Überstunden pro Monat festgestellt, ohne aber die besondere körperliche Belastung anzuerkennen, sodass die ursprüngliche Entscheidung bestätigt wurde.

Umstände können ebenfalls zu Karoshi führen

Bei ihrer Beschwerde wies die Frau von Masunouchi darauf hin, dass er täglich bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius im Freien arbeitete. Die Frau behauptet, dass in diesem Fall die neuen Normen, die auch die Arbeitsbedingung mitberücksichtigen, angewendet werden müssten. Deswegen sollte die Regierung eine Entschädigung für den Tod des Mannes gewähren.

Die Kollegen des Japaners erklärten, dass er manchmal bei Temperaturen über 50 Grad Celsius arbeitete, denn an manchen Orten staute sich die Hitze und sorgte für eine saunaähnliche Umgebung. Der Anwalt der Familie erklärte, dass es schwierig ist, besondere Stressfaktoren, die zu einer Überlastung führen, anerkennen zu lassen. Die Klage könnte zu einem Präsenzfall führen, der die Auflassung der Regierung zu dem Thema klärt.

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