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Besseres Verständnis der Sprache

Forscher sagen dem seltsamen Englisch in japanischen Behörden den Kampf an

MA – Auf vielen Schildern und offiziellen Webseiten in Japan findet man immer wieder Sätze, die in seltsamem Englisch (wasei-eigo) formuliert sind. Ein Forscherteam hat dem nun den Kampf angesagt.

Die von Chikako Tsuruta, Professorin an der christlichen Universität von Tokyo, geleitete Vereinigung für die Berücksichtigung des japanischen Englischs, hat im Oktober eine Website eingerichtet und begonnen, Informationen über ihre Arbeit zu veröffentlichen. Tsuruta sagte gegenüber japanischen Medien: „Wir befinden uns jetzt in Japan in einer Situation, in der wir keine korrekten Informationen für ausländische Staatsangehörige bereitstellen können.“

Englisch ergibt in Japan oft keinen Sinn

Die Gruppe besteht in erster Linie aus Freiwilligen, die an der New Yorker Columbia Business School studiert haben, darunter Dolmetscher, Forscher und Mitarbeiter ausländischer Firmen. Auch in Japan lebende amerikanische Forscher sind beteiligt.

Mehr zum Thema:  Seltsame Übersetzungen auf englischen Webseiten für Touristen in Japan gefunden

Die Mitglieder hatten sich schon seit einiger Zeit gefragt, was sie gegen  „wasei-eigo“, oder Englisch im japanischen Stil, tun können.  Im Juni beschlossen sie dann, die Vereinigung zu gründen, um Meinungen darüber auszutauschen, wie die Situation verbessert werden kann.

„Hello Work, Go To Travel, My Number Card; das Englisch, das für Regierungsprogramme verwendet wird, ist seltsam und ergibt für Muttersprachler keinen Sinn“, so Tsuruta.

Die Gruppe ist auch besorgt über die zahlreichen Fälle von falschem und unnatürlichem Englisch, das durch maschinelle Übersetzungen entsteht, das auf den offiziellen Websites der Kommunalbehörden unverändert übernommen wird. Obwohl sie den Einsatz maschineller Übersetzungen nicht verurteilen, fordern sie doch, dass der Inhalt von Muttersprachlern oder professionellen Dolmetschern überprüft wird.

„Sicherlich besteht das Mindestmaß an Respekt darin, zu bestätigen, ob die Botschaften für Muttersprachler verständlich sind oder nicht“, sagte Tsuruta.

Erste Stadt in Japan reagiert

Die Vorschläge der Gruppe haben zu einigen konkreten Ergebnissen geführt. Die Stadtverwaltung von Urayasu in der Präfektur Chiba hat beispielsweise beschlossen, einen Ausschuss zur Verbesserung der englischen Sprache einzurichten.  Mitte Oktober traf sie sich mit dem Bürgermeister von Urayasu, Etsushi Uchida, und holte von ihm das Versprechen ein, sich um die Verbesserung der englischsprachigen Informationen der Stadt zu kümmern.

Die offizielle Website von Urayasu verwendet automatisierte Übersetzungssoftware, die von einem privaten Unternehmen zur Verfügung gestellt wird und jede Abteilung der Stadt nutzt den maschinellen Dienst, um ihre neuesten Aktualisierungen in mehreren Sprachen bereitzustellen.

Die Software kann insgesamt acht Sprachen übersetzen, darunter Englisch, Chinesisch und Koreanisch; die Stadtverwaltung sagte, dass sie aufgrund von Personalmangel keine Möglichkeit hatte, die englische Sprache überprüfen zu lassen.

Was Shiraki besonders beunruhigte, war, dass die Informationen über Katastrophen und medizinische Notfalleinrichtungen, die nachts und an Feiertagen geöffnet sind, unklar und schlecht übersetzt sind. „Es besteht die Möglichkeit, dass die Menschen nicht in der Lage sind, Informationen zu erhalten, die ihr Leben betreffen. Die Sicherheit der Bewohner ist nicht gewährleistet.“

Zusammen mit Shiraki, ausländischen Einwohnern und Experten berief die Stadtverwaltung von Urayasu einen Überprüfungsausschuss ein, der noch vor Jahresende tagen soll.

Der Ausschuss beabsichtigt nicht nur die offizielle Website der Regierung zu überprüfen, sondern auch Webseiten, die sich auf öffentliche Einrichtungen und Gemeindebusse beziehen.

Ein Beamter sagte: „In Urayasu gibt es den Tokyo Disney Resort und viele Hotels, sodass viele Ausländer, die Japan besuchen, hierherkommen. Wir wollen diese Stadt zu einer Stadt machen, die leicht zu besuchen ist und in der man gut leben kann.“

Tsuruta sagte: „Wir wollen, dass diese Bewegung national wird. Der Verband möchte nicht nur auf seltsames Englisch hinweisen, sondern auch Ratschläge geben, wie es verbessert werden kann.“

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