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Speeddating für Eltern boomen

Immer mehr Eltern in Japan versuchen mit Partnervermittlungen ihre erwachsenen Kinder zu verkuppeln

In den letzten Jahren ist in Japan der Trend zu beobachten, dass immer mehr Eltern versuchen, mit Partnervermittlungen ihre erwachsenen Kinder zu verkuppeln. Die Anzahl der „Proxy Omiai“, Veranstaltungen, bei denen sich Eltern ohne ihre Kinder treffen, nehmen stetig zu.

„Omiai“ ist in Japan ein Brauch, bei den sich ein Mann und eine Frau das erste Mal unter der Prämisse treffen, dass sie vielleicht heiraten werden.

Immer mehr Eltern nehmen das Eheglück ihrer Kinder selbst in die Hand

Da jedoch die Anzahl der Singles in Japan immer größer wird, was angesichts veralteter sozialer Einstellungen kein Wunder ist, scheinen immer mehr Eltern das Eheglück ihres Nachwuchses selbst in die Hand zu nehmen. Dabei treffen sie auf eine dankbare Industrie, denn die Angebote für die Suche nach einem geeigneten Ehepartner sind sehr groß. Selbst buddhistische Tempel bieten mittlerweile eine Partnervermittlung an.

Die meisten Angebote laufen immer gleich ab, meistens bekommen die Eltern eine Nummer zugewiesen, dann setzt man sich mit anderen Eltern zusammen und versucht seinen Nachwuchs so positiv wie möglich darzustellen.

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Nach einer kurzen Zeit geht es dann zu den nächsten Eltern, einen Tisch weiter. Praktisch eine Art Speeddating, allerdings ohne das die eigentlichen Protagonisten anwesend sind.

Um das Ganze zu beschleunigen, erhält jeder einen Fragebogen, auf den Informationen über den Nachwuchs festgehalten wird. Also Informationen wie Alter, Größe, berufliche Qualifikationen und Hobbys. Es gibt aber auch oft eine Spalte für „bereits verheiratet gewesen“ und einen Abschnitt für die Sicht der Eltern auf die Persönlichkeit und die Stärken ihres Kindes.

Ob das Kind eines Elternpaares für den eigenen Nachwuchs infrage kommt, wird durch die Informationen im Fragebogen entschieden. Natürlich ist auch die Frage, ob sich die Eltern, die sich gegenübersitzen, verstehen, ein wichtiger Faktor.

Offline-Suche beliebter als Online-Singlebörsen

Neben dieser Art Veranstaltungen gibt es in Japan natürlich auch eine ganze Flut von Online-Singlebörsen. Allerdings scheinen immer mehr Eltern diese abzulehnen. Die einschlägige Meinung ist, dass man ein falsches Bild der Person bekommt.

Daher ist die „Offline-Suche“ gerade für Eltern Erfolg versprechender um den eigenen Nachwuchs unter die Haube zu bekommen.

Und die Sorge, dass das eigene Kind keinen Partner oder Partnerin findet, ist in Japan groß. Angesichts der Tatsache, dass laut einer nationalen Volkszählung die Rate der Menschen, die ihr Leben lang Single sind, in Japan bei 14,06 Prozent bei Frauen und 23,37 Prozent bei den Männern liegt.

Zum Vergleich: 1985 lag sie bei beiden bei unter 5 Prozent, ein deutlicher Anstieg.

Allerdings ist diese Art der Partnervermittlung nicht unbedingt Erfolgsversprechen. Denn nach dem „Proxy Omiai“ treffen sich die Kinder und das geht oft nicht optimal aus.

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