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Immer mehr Menschen verstecken ihre Körperkunst nicht mehr

Immer mehr Menschen in Japan trotzen der Tattoo-Ablehnung

Immer mehr Menschen trotzen in Japan der Ablehnung gegenüber Tattoos und hoffen darauf, dass die Olympischen Spiele die Situation im Land ändern werden.

Menschen mit Tattoos werden in Japan automatisch als Mitglieder von Verbrecherorganisationen angesehen und viele Einrichtungen weisen Menschen mit einer Körperbemalung ab. Auch kann ein Tattoo dazu führen, dass man seinen Arbeitsplatz verliert.

Für Touristen ist es zwar etwas einfacher, aber auch sie werden in einigen Einrichtungen abgewiesen, auch wenn sich die Mentalität hier langsam ändert.

Urteile, westliche Musik und Sportveranstaltungen fördern die Akzeptanz von Tattoos in Japan

Zwar entschied Japans Oberster Gerichtshof vor Kurzem, dass Tätowierer keine ärztliche Lizenz für ihre Arbeit brauchen und holte sie damit aus einer rechtlichen Grauzone, allerdings hat auch dieses Urteil nicht dazu geführt, dass in der Gesellschaft ein Umdenken stattgefunden hat.

Mehr zum Thema:  Tattoos in Japan

Tattoo-Fans hoffen, dass die Anwesenheit von tätowierten ausländischen Athleten bei der Rugby-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr und bei den Olympischen Spielen in Tokyo im nächsten Jahr  dazu beitragen wird, die Akzeptanz zu erhöhen.

Auch könnte die Popularität der westlichen Rockmusik, in der Musiker zunehmend Tätowierungen haben, dazu beitragen, dass Tattoos immer mehr akzeptiert werden.

All dies führt dazu, dass tätowierte Menschen in Japan immer öfters ihre Körperkunst frei tragen und sie nicht mehr verhüllen, um ja nicht unangenehm auszufallen.

„Wir haben zwar Tätowierungen, aber wir sind glückliche Menschen“

„Manche Leute lassen sich aus tiefsinnigen Gründen tätowieren, aber ich tue es, weil sie süß sind, so wie ich mir vielleicht auch eine schöne Bluse kaufe“, sagte Mari Okasaka, 48, eine Teilzeitarbeiterin, die sich mit 28 ihr erstes Tattoo stechen ließ. Ihr 24-jähriger Sohn, Tenji, arbeitet darauf hin, seinen ganzen Körper mit Tinte und Farbe zu bedecken.

„Wir mögen zwar Tätowierungen haben, aber wir sind glückliche und aufgeweckte Menschen“, sagte der Parteiorganisator Hiroyuki Nemoto.

Der Surfer und Fernsehgerätehersteller Takashi Mikajiri wird jedoch immer noch an einigen Stränden angehalten und aufgefordert, sich zu bedecken.

„Wenn man in Amerika eine Tätowierung hat, kümmert es die Leute nicht wirklich. Es gibt nicht wirklich eine Reaktion“, so Mikajiri. „Das ist das Ideal. Es wäre wirklich gut, einfach als selbstverständlich angesehen zu werden.“

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