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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenImmer mehr Mobbing in Japans Schulen registriert

Zahl weiterhin sehr hoch

Immer mehr Mobbing in Japans Schulen registriert

Bereits 2018 wurde eine Rekordzahl von Fällen von Mobbing in Japan gemeldet, 2019 wurde die Zahl allerdings noch einmal überschritten.

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Die von Grundschulen, Mittelschulen, Gymnasien und Förderschulen in Japan anerkannten Fälle von Mobbing sind im Haushaltsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um rund 60.000 auf einen Rekordstand von 612.496 angestiegen, teilte das Bildungsministerium am Donnerstag mit.

Die Zahl sei im sechsten Jahr in Folge gestiegen und habe sich in diesem Zeitraum etwa verdreifacht, angeführt von einem starken Anstieg der Fälle an Grundschulen, heißt es in einer Umfrage des Ministeriums.

Schulen haben Fälle von Mobbing als proaktiv erkannt

Das Gesetz zur Förderung von Maßnahmen zur Verhinderung von Mobbing trat 2013 in Kraft, als Reaktion auf einen aufsehenerregenden Mobbingfall, eines Jungen der Junior High School in Otsu, Präfektur Shiga, der sich danach umbrachte. Kämpfe und Hänseleien werden nun als Mobbingfälle im Einklang mit dem Gesetz gezählt.

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„Schulen haben Mobbingfälle proaktiv erkannt, um sie zu beseitigen“, so ein Sprecher des Ministeriums. Im Haushaltsjahr 2019, das im März dieses Jahres endete, stiegen die Mobbingfälle an Grundschulen um etwa 50.000 auf 484.545. Die Zahl der Mobbingfälle belief sich auf 106.524 an Grundschulen, 18.352 an Mittelschulen und 3.075 an Oberschulen.

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Schulen, an denen Mobbingfälle festgestellt wurden, machen 82,6 Prozent aller Schulen in Japan aus, was einem Anstieg um 1,8 Prozentpunkte entspricht. Nach der Art des Mobbings waren Hohn, Hänseleien und Beschimpfungen die häufigsten Fälle an Grund-, Mittel- und Oberschulen. Die Zahl der Mobbingfälle, bei denen es um Computer und Mobiltelefone ging, war an höheren Schulen signifikant.

Die meisten Fälle wurden aufgeklärt

Die Umfrage zeigte auch, dass 83,2 Prozent der erkannten Mobbingfälle bis zum Ende des Jahres aufgeklärt worden waren. Die Zahl der aufgedeckten Mobbingfälle pro 1.000 Schülerinnen und Schüler war in der Präfektur Miyazaki mit 122,4 am höchsten und in der Präfektur Saga mit 13,8 am niedrigsten.

Das Gesetz verpflichtet die Schulen, schwere Fälle von Mobbing zu untersuchen. Die anerkannte Zahl solcher Fälle stieg um 121 auf einen Rekordstand von 723. Die Zahl der Grund-, Mittel- und Oberschüler, die Selbstmord begingen, fiel um 15 auf 317. Von ihnen waren 10 Schülerinnen und Schüler schikaniert worden, während bei 188 Fällen, der größten Gruppe, das Motiv nicht ermittelt werden konnte.

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