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Patientinnen sollen sich austauschen können

Initiative hilft Krebspatientinnen, wieder Freude in Onsen zu haben

Für Frauen kann eine Krebsbehandlung aufgrund der körperlichen Auswirkungen eine besonders große Belastung sein. Eine Kampagne versucht deswegen ihnen dabei zu helfen, das Baden in Onsen wieder zu genießen und Spaß zu haben.

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Krebspatienten trauen sich oft nicht öffentliche Bäder zu nutzten, weil sie sich durch ihre Narben, Haarausfall oder amputierten Brüste schämen. Die Initiative bietet aus dem Grund sogenannte „Maiden Onsen“-Veranstaltungen an. Bei ihnen kommen ausschließlich Krebspatienten zum Baden zusammen, um ein sicheres und angenehmes Umfeld für sie zu schaffen.

Krebspatienten sollen wieder unbesorgt baden können

Neben der Möglichkeit, sich seelischen und körperlichen in dem warmen Wasser zu entspannen, haben die Veranstaltungen noch einen anderen Zweck. Sie sollen den Frauen die Möglichkeit geben, mit anderen Betroffenen über ihren Umgang mit ihren Krankheiten zu sprechen.

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Letztes Jahr wurde die Initiative von Ai Watanabe gestartet, die 2018 durch den Krebs ihre linke Brust verlor. Sie traute sich ebenfalls nicht Baden zu gehen, obwohl sie Onsen sehr mag. Watanabe erstellte letzten Juni eine Online-Gruppe, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

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Sie stellte dabei fest, dass auch andere Frauen nur ein geringes Selbstwertgefühl aufgrund der Auswirkungen der Behandlungen hatten. Einige gaben an, dass sie sogar Angst hatten auf kleine Kinder zu treffen, wenn sie baden gehen, weswegen sie öffentliche Onsen meiden.

Watanabe kam deswegen die Idee mit den Events, nachdem sie mit dem Besitzer eines Badehauses über ihre Ängste gesprochen hatte. Im August fand eine erste Probeveranstaltung in ihrer Heimatstadt Amagasaki in Hyogo statt.

Events bieten mehr als nur warme Quellen

Mittlerweile hat sich die Initiative ausgebreitet und auch in den Präfekturen Osaka und Hokkaido wurden ähnliche Veranstaltungen durchgeführt. Unter anderen fand ein Treffen in Hakodate, Hokkaido statt.

Organisiert wurde es von Kaori Sasaki, Vorsitzende einer Konferenz zur Förderung von Frauen und Geschlechtergleichstellung der Stadt, die hilfe von Watanaba erhielt. Eine Freundin von ihr hatte sich wegen ihrer Chemotherapie auch immer Sorgen wegen des Badens gemacht.

Sie konnte sich nie in einen Onsen entspannen, weil sie immer eine Perücke trug, da sie ihrer Haare verloren hatte. Die Freundin hatte sie Sasaki gesagt, dass sie eines Tages ohne Perücke baden möchte. Den Wünsch konnte sich die Frau nicht mehr erfüllen, da sie einige Monate später verstarb.

An dem Event nahmen am Ende 15 Frauen teil, die von 11 Uhr bis 14:30 Uhr für nur 1.000 Yen (ca.7,70 Euro) die komplette Einrichtung nutzten durften. Neben den Onsen wurden dabei auch Yoga und Kunsttherapien angeboten. Aufgrund des Erfolgs hält das Hotel das Event nun jeden Monat ab.

Frauen wieder zum Lächeln bringen

Die Frauen freuten sich über das Angebot sehr und es war das erste Mal seit Langem, dass sie wirklich wieder entspannen konnten und sich nicht selbst einschränkten. Auch die Gespräche halfen vielen, die fröhlich waren und man machte sich untereinander Mut.

Watanabe plant bereits weitere Events in Shiga, Kyoto und Fukuoka. In Tokyo und Niigata sind hingegen bereits welche angekündigt. „Ich hoffe, dass diese Veranstaltungen ein Ort in der Gesellschaft werden, an dem Krebspatienten, die sich nach ihrer Behandlung isoliert fühlen können, wieder mit anderen verbinden können“, sagte Watanabe.

Sie möchte in der Zukunft mehr Frauen lächeln sehen, wenn sie das Maiden Onsen landesweit anbieten. Die Nachfrage ist dafür da und sie ist groß, denn die Mehrheit der Krebspatienten in Japan sind Frauen.

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