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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenInnovationen in der Frauengesundheit scheitern an Japans Gesetzen

Produkteinführungen sind schwierig

Innovationen in der Frauengesundheit scheitern an Japans Gesetzen

In Japan wird man immer mehr auf das Thema Femtech, Technologien für die Frauengesundheit, aufmerksam. Wie so oft gibt es viele Hürden, die guten Ideen im Weg stehen.

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2020 wurde offiziell als erstes Jahr von Femtech in Japan genannt. Eine positive Entwicklung, denn lange wurden die gesundheitlichen Bedürfnisse, körperlich und physisch, von Frauen einfach ignoriert. Viele Unternehmen haben nun angefangen, den Markt für sich zu entdecken, auch wenn er noch in der Entwicklungsphase steckt.

Innovationen für Frauen scheitern an alten Regulierungen

Unter anderem hat der Betreiber der Freizeitbekleidungsmarke G.U Co. damit begonnen, Periodenunterwäsche anzubieten. Marubeni Corp. hat hingegen ein Projekt gestartet, um im Bereich von Femtech Fuß zu fassen. Bei den Verbraucher*innen wächst auch das Interesse.

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Eine Umfrage von Sompo Himawari Life Insurance zeigte, dass von 1.000 Frauen 1,9 Prozent den Begriff Femtech kennen. Allerdings gab mehr als die Hälfte der Frauen an, dass sie interessiert und hoffnungsvoll in Bezug auf das Konzept sind, nachdem ihnen der Begriff erklärt wurde. Das lässt vermuten, dass der Markt in der Zukunft massiv wachsen wird.

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Neue Produkte kämpfen aber vor allem mit den Standards der Regierung. So schreibt das Gesundheitsministerium vor, dass Binden weiß und nahezu geruchlos sein müssen. Zusätzlich dürfen sie keine Fremdkörper enthalten und müssen ein Wegwerfprodukt sein.

Allgemein müssen Unternehmen, die medizinische Produkte produzieren und verkaufen, gesetzlich nach dem PMD eine Genehmigung von der Regierung der Präfektur und dem Gesundheitsministerium einholen. Dazu gehören in dem Fall auch Hygieneprodukte wie Binden.

Regierung will Femtech-Produkte fördern

Periodenunterwäsche fallen jedoch in die Kategorie „Sonstige“ und gelten nach dem PMD-Gesetz als unklar, weswegen sie sich nicht wie Binden vermarktet werden können. Ein Problem, denn die Unterwäsche erfreut sich immer größerer Beliebtheit, da sie farbig und wiederverwendbar ist und somit kostengünstiger. Das spielt besonders beim Thema Periodenarmut eine große Rolle.

Aber auch andere sogenannte Femtech-Artikel lassen sich nach Japans Gesetzen nicht als Medizinprodukt genehmigen, da sie in keine Kategorie passen. Ihnen bleibt nur ein Platz unter „Sonstige“, dann fehlt ihnen aber die Qualitätsgarantie, was wiederum ein Risiko für Verbraucher*innen sein kann. Dazu kann die Zulassung bis zu fünf Jahre dauern.

Die Schwierigkeiten zeigen, dass Japan seine 60 Jahre alten Vorschriften dringend anpassen muss und das Femtech-Artikel miteinbezogen werden müssen. Tatsächlich gibt es bereits Bemühungen, das Problem zu lösen.

Letzten Oktober wurde von der liberaldemokratischen Partei eine Liga zur Förderung von Femtech gegründet. Diesen März wurde beim Kabinett ein Vorschlag für eine Zusammenarbeit mit dem Privatsektor für ein Prüfsystem eingereicht. Bis 2022 sollen nun die Diskussionen zu dem rechtlichen Status und Regulierungen vorangetrieben werden.

Die Unternehmen begrüßen den schnellen Fortschritt. Sie betonen dabei auch, dass die Sicherheit der Verbraucher*innen an erster Stelle steht. Die Produkte sollen so ein Japan auf den Markt kommen, wie es für die aktuelle Situation angemessen ist. Vorschriften für die Sicherheit werden deswegen unterstützt.

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