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Gesetzesänderung hilft auch Frauen

Japan fördert gesetzlich den Vaterschaftsurlaub

Japan möchte für mehr Gleichberechtigung bei den Geschlechtern sorgen, auch bei den Männern. Aus dem Grund wurde nun die Überarbeitung des Kinderbetreuungsgesetzes beschlossen, um den Vaterschaftsurlaub besser zu fördern.

Am Donnerstag verabschiedete das japanische Parlament die Änderung für das Gesetz. Damit werden Unternehmen nun dazu verpflichtet Männer dazu zu motivieren, Elternurlaub zu nehmen. Zurzeit ist es bereits Frauen und Männern erlaubt, sich von der Arbeit zweimal Urlaub zu nehmen, bis ihr Kind ein Jahr wird.

Mehr Männer sollen Vaterschaftsurlaub nehmen

Auch wenn die Akzeptanz von Vaterschaftsurlaub in Japan weiter zunimmt, nutzen bisher im Durchschnitt nur zehn Prozent das System. 2019 waren es sogar nur 7,48 Prozent bei den Vätern während es bei den Müttern 83 Prozent waren.

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Zu den Vorzeige-Firmen gehören unter anderem die Marui Group Co., ein führender Einzelhändler mit etwa 5.000 Mitarbeitern. Bei ihnen nahmen sich letztes Jahr alle 45 Männer, die Väter geworden sind, frei. Damit hatten sie im dritten Jahr in Folge eine 100-Prozent-Rate. Bei dem Unternehmen ist der Vaterschaftsurlaub mittlerweile selbstverständlich.

Damit andere auch zu dem Angebot motiviert werden, wird ab Oktober 2022 ein weiteres System eingeführt, bei dem Männer zusätzlich innerhalb acht Wochen nach der Geburt sich weitere vier Wochen freinehmen können, die nicht zu den zwei regulären Elternzeit-Phasen hinzugerechnet werden.

Die Wochen lassen sich auch aufteilen und unter bestimmten Absprachen sind bestimmte Arbeitstätigkeiten auch erlaubt. Es wird mit dem System gehofft Mütter besser zu entlasten, die in den ersten Wochen nach der Geburt unter besonders viel Druck stehen.

Arbeitgeber werden bei Verletzungen der Maßnahmen bestraft

Es gibt immer noch ein mangelndes Verständnis für den Vaterschaftsurlaub und häufig müssen Männer mit großen Problemen rechnen, wenn sie sich freinehmen, weswegen viele auf den Urlaub verzichten. Unter dem geänderten Gesetz sollen sie nun nicht nur zu dem Urlaub motiviert werden, sondern auch direkt Informationen von ihren Arbeitgebern dazu erhalten.

Sollten Arbeitgeber das nicht tun, werden sie von der Arbeitsbehörde verwarnt oder bekommen Leitlinien für ein besseres Verhalten vorgeschrieben. Wenn es zu besonders harten Fällen kommt, will die Regierung die Namen der Unternehmen öffentlich machen.

Die Maßnahmen will die Regierung auch offiziell überwachen. Durch die Gesetzesänderung sind Unternhemen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern verpflichtet ab April 2023 offenzulegen, wie viele männliche Mitarbeiter bei ihnen Vaterschaftsurlaub genommen haben.

Aber auch für die Frauen gibt es gute Nachrichten. Vertrags- oder Teilzeitbeschäftigte erhalten nun ebenfalls uneingeschränkten Kinderbetreuungsurlaub, auch wenn sie weniger als ein Jahr für ihren aktuellen Arbeitgeber arbeiten.

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