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Gesetzesentwurf weist weiterhin Probleme auf

Japan erkennt Eltern von durch künstliche Befruchtung geborenen Kindern als rechtmäßige Eltern an

In den letzten Jahren ist in Japan die Nachfrage nach künstlichen Befruchtungen stark gestiegen und das, obwohl die Gesetzeslage bis jetzt sehr problematisch war. Nun wurde ein Gesetzentwurf vorgelegt, der einiges ändern soll. So sollen Elternteile von Kindern, die durch eine künstliche Befruchtung zur Welt gekommen sind, offiziell als Vater und Mutter angesehen werden.

Der Entwurf wurde von den Regierungs- und Oppositionsparteien gemeinsam erstellt und am Montag dem Oberhaus vorgelegt, um endlich Klarheit bei dem Zivilrecht zu schaffen. Die Kinder, die mithilfe einer gespendeten Eizelle geboren wurden, gelten offiziell als Kind der Frau, die es auch geboren hat. Männer können dazu ihren Status als Vater nicht mehr leugnen, wenn sie der künstlichen Befruchtung und der Verwendung von Sperma einer dritten Person zugestimmt haben.

Kind darf Identität von Spendern weiterhin nicht erfahren

Aktuell gibt es nämlich keine Bestimmung zur In-vitro-Fertilisation, an der eine dritte Person beteiligt ist. Damit gab es immer wieder Streitigkeiten in Bezug auf die Herkunft der Kinder, was mit der Änderung nun beseitigt werden soll. Es wird erwartet, dass das Gesetz in der laufenden Parlamentssitzung bis Anfang Dezember mit der Zustimmung der liberaldemokratischen Partei und der Konstitutionell-Demokratische Partei verabschiedet wird.

Mehr zum Thema:  Mehr als ein Viertel der japanischen Eltern wollen noch ein Kind

Allerdings bringt der derzeitige Entwurf seine Probleme mit sich, die nicht gelöst werden. So haben Kinder kein Recht auf die Offenlegung der Spender der Ei- oder Samenzelle. Das sorgte unter anderem bei der Japan Federation of Bar Associations für Kritik. Schon 2003 hatte ein Gremium des Gesundheitsministeriums ein Rechtssystem gefordert, bei dem Kinder ab 15 Jahren die Identität ihres Spenders erfahren können.

Ebenfalls befasst sich das geplante Gesetz nicht mit dem Verkauf von Ei- und Samenzellen, was von vielen aufgrund der Zunahme von privaten Spendern stark gefordert wird. Auch zu der Frage der Leihmütter wird sich nicht geäußert.

Viele Probleme und Fragen bleiben offen

Die Abgeordneten gaben zu den beiden Punkten nur an, dass sie in den nächsten zwei Jahren sich mit den Problemen und möglichen rechtlichen Schritten befassen wollen. Ob dabei auch auf die steigende Nachfrage an künstlichen Befruchtungen unter sexuellen Minderheiten und alleinstehenden Frauen mit einbezogen werden, wurde nicht angegeben.

Eizellenspenden durch eine dritte Person sind nur unfruchtbaren verheirateten Paaren in einem bestimmten Alter erlaubt. Da künstliche Befruchtungen auch nur zu einer begrenzten Anzahl in bestimmten Einrichtungen erlaubt sind, versuchen viele das japanische System zu umgehen.

So lassen sich Frauen im Ausland befruchten und dann später in Japan nur weiter behandeln. Neben den Befruchtungen im Ausland haben aber auch die privaten Spender im Internet massiv zugenommen, weil es da auch keine Reglungen bis jetzt gibt.

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