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Geburtenrate wird weiter sinken

Japan rechnet 2021 mit noch weniger Neugeborenen

Laut des japanischen Gesundheitsministeriums rechnet Japan damit, dass die Zahl der Neugeborenen im nächsten Jahr landesweit auf einen neuen Tiefpunkt fallen wird.

Die Zahl der gemeldeten Schwangerschaften ist bereits in den drei Monaten ab Mai im Vergleich zum Vorjahr um 11,4 Prozent gesunken, heißt es vom Ministerium.

Pandemie verschlechtert die niedrige Geburtenrate Japans weiter

Die Zahl unterstreicht die Befürchtung, dass die Pandemie die ohnehin schon niedrige Geburtenrate Japans noch weiter verschlechtern wird.

Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Neugeborenen auf ein Rekordtief von 865.000, wenn sich der gegenwärtige Trend fortsetzt, könnten im nächsten Jahr weniger als 800.000 Babys geboren werden.

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Die Zahl der gemeldeten Schwangerschaften ging im Mai mit 17,1 Prozent am stärksten zurück, gefolgt von Rückgängen von 5,4 Prozent im Juni und 10,9 Prozent im Juli. Die Zahl vom Mai spiegelt hauptsächlich die Zahl der im März empfangenen Babys wider, als die Angst über die Pandemie zu wachsen begann.

Die Gesamtzahl blieb im April etwa gleich hoch wie im Vorjahr, was die Empfängniszahlen im Februar erklärt. Über 90 Prozent der Schwangerschaften werden den japanischen Kommunalverwaltungen innerhalb von 11 Wochen nach der Empfängnis gemeldet.

Die Gesamtzahl der in diesem Dreimonatszeitraum gemeldeten Schwangerschaften ging um 26.331 auf 204.482 zurück, wobei 67.919 im Mai, 67.115 im Juni und 69.448 im Juli gemeldet wurden, teilte das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt mit.

Das Ministerium vermutet, dass viele Paare die Geburt von Kindern aus wirtschaftlichen Gründen aufgeschoben haben, da die Pandemie die Beschäftigungssituation verschlechtert. Auch Reisebeschränkungen sollen in einem Land, in das viele Frauen zur Vorbereitung auf die Geburt in das Haus ihrer Eltern zurückkehren, einen Beitrag geleistet haben.

Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus in Krankenhäusern, darunter eine umstrittene Vorschrift zum Tragen einer Maske während der Entbindung und Beschränkungen für Besuche von Ehepartnern werdender Müttern, sollen ebenfalls von Kinderplänen abgehalten haben.

Ministerium will Unterstützung zur Förderung von Geburten verstärken

Die Daten, die den Einfluss des Coronavirus auf die Zahl der Geburten messen, wurden zum ersten Mal zusammengestellt. Das Ministerium plant, die Unterstützungsmaßnahmen zur Förderung von Neugeburten zu verstärken.

Ein Rückgang der Neugeborenen bedeutet eine geringere zukünftige Erwerbsbevölkerung, um die steigenden Sozialversicherungsausgaben zur Deckung der Renten und der medizinischen Versorgung der alternden Bevölkerung des Landes zu unterstützen.

Japan, das eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt hat, hat auch seine älteste Gesellschaft mit dem höchsten Prozentsatz älterer Menschen weltweit.

Alle 47 Präfekturen verzeichneten einen Rückgang, wobei die Präfektur Yamaguchi im Westen Japans mit 29,7 Prozent den größten Rückgang verzeichnete, gefolgt von der Präfektur Aomori im Nordosten des Landes mit 23,7 Prozent und der Präfektur Ishikawa in Zentraljapan mit 22,5 Prozent.

Katsuhiko Fujimori, eine leitende Forscherin am Mizuho Information & Research Institute, sagte, dass die Gesamtfruchtbarkeitsrate Japans – die durchschnittliche Zahl der Kinder, die eine Frau im Laufe ihres Lebens gebären wird – seit 2015 zwar zurückgegangen ist, dass die Pandemie den Abwärtstrend jedoch noch verstärken könnte.

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