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Drei C's finden eher wenig Beachtung

Japaner halten sich nur mittelmäßig an die Coronamaßnahmen

In Japan schießt die Zahl der Coronainfizierten wieder nach oben und die Forderungen nach härteren Maßnahmen werden lauter. Eine Umfrage ergab kürzlich, dass Japaner jedoch sich schon in der Öffentlichkeit eher nur so mittelmäßig an die Maßnahmen halten.

Die Japanese Association for Infectious Diseases und die Japanese Society for Infection Prevention and Control haben letzten Monat eine Umfrage zum Thema Covid-19 in Japan durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Personen aus Tokyo im Alter von 20 bis 60 Jahren.

Händewaschen und Gesichtsmasken werden weitgehend umgesetzt

87,7 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich regelmäßig die Hände waschen. Bei dem Tragen von Gesichtsmasken gaben 87,4 Prozent auch an, dass sie beim Herausgehen einen Mund- und Nasenschutz verwenden. Danach fielen die Zahlen deutlich ab. Nur 65, 9 Prozent der Befragten haben sich nach eigenen Angaben regelmäßig die Hände desinfiziert.

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Auf den ersten Blick scheint sich jedoch die Bevölkerung ziemlich gut an die Infektionspräventionsmaßnahmen zu halten. Allerdings zeigte sich bei den weiteren Fragen, dass die Menschen die Pandemie doch nicht so ernst nehmen wie angenommen.

Coronamaßnahmen bei Kontakten werden weniger beachtet

Nur etwa 69 Prozent gaben an, dass sie versuchen sich von den sogenannten drei C’s fernzuhalten. Damit sind geschlossene Räume, überfüllte Orte und Orte mit engen Kontakten zu anderen Menschen gemeint. Alle drei gelten als erhöhte Ansteckungsfaktoren und sollten so gut es geht vermieden werden, auch wenn eine Maske getragen wird.

Noch weniger halten sich die Menschen an die Selbstisolierung. Lediglich 44 Prozent gaben an, dass außerhalb nur mit Familienmitgliedern essen gehen. Besonders in Bezug auf die „Go to Eat“-Kampagne zeigt sich, dass Restaurants als Ansteckungsorte weiterhin wenig beachtet werden. Viel mehr machte jedoch zuletzt die „Go to Travel“-Kampagne Probleme, welche die Ursache für zahlreiche Clusterinfektionen war und nun teilweise gestoppt wurde.

Professor Hiroshi Yotsuyanagi vom Institut für Medizin der University of Tokyo warnt die Menschen deswegen vor leichtsinnigem Handeln. Es soll sich nicht in der falschen Sicherheit gewogen werden, dass eine Maske den Virus komplett abwehren kann. Einzelpersonen sollen deswegen hinterfragen, ob ihre Handlungen nicht möglicherweise nachlässig sind.

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