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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenJapanische Abakus-App macht Kindern weltweit Lust aufs Kopfrechnen

Mittlerweile wird die App international angeboten

Japanische Abakus-App macht Kindern weltweit Lust aufs Kopfrechnen

Der Abakus gehört für viele Schulkinder bis heute zu den ersten Hilfsmitteln, wenn es darum geht, das kleine Einmaleins des Kopfrechnens zu erlernen. Eine in Japan entwickelte digitale Version des dort genutzten Sorobans tritt aktuell ihren internationalen Siegeszug an. Mehr als 8.000 Schüler nutzen sie mittlerweile offiziell im Unterricht und in ihrer Freizeit, um besser im Kopfrechnen zu werden.

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Die Benutzer der SoroTouch-App können virtuelle bunte Perlen verschieben, um so einfache Rechenaufgaben zu lösen. Der verspielte Online-Abakus animiert die kleinen Nutzer dazu, ihre mentalen Rechenfähigkeiten zu entwickeln. Mittlerweile gibt es in Tokyo ein eigenes „SoroFes“, bei dem sich kleine Teilnehmer aus aller Welt im Kopfrechnen messen. In diesem Jahr nahmen 630 Kinder aus sieben Ländern an dem Online-Wettbewerb teil, der in Japanisch und Englisch moderiert wurde.

Online-Abakus mit Lerneffekt

Durch verschiedene Funktionen werden die Kinder dazu animiert, mehr Aufgaben im Kopf zu berechnen. Viele Eltern bauen die App und ihre Funktionen auch in den Alltag ein und lassen die Kinder so immer wieder neue Rechenaufgaben lösen. Die App wurde bereits 2014 entwickelt. Auf dem Bildschirm erscheinen bunte Perlen, wie man sie von einem klassischen Abakus kennt. Werden sie berührt, ändern sie ihre Farben. Die App kann mit beiden Händen gesteuert werden. Ein spezieller Kopfrechen-Modus sorgt dafür, dass die Perlen nur sehr kurz die Farben ändern und die Anwender zunehmend ihren eigenen Kopf zum Lösen der mathematischen Aufgaben benutzen müssen.

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Die Technologie wurde von einer japanischen Unternehmensgründerin auf dem Bezirk Chiyoda (Tokyo) entwickelt. In ihrer früheren Arbeit bei einer großen Bank bemerkte die Japanerin, dass dort viele Händler bis heute Abakus-Methoden verwenden, um schnell Rechenaufgaben zu lösen. Eine einfache digitale Version, dachte sie, könnte für Händler auf der ganzen Welt nützlich sein. Die Fähigkeiten schnell im Kopfrechnen zu sein, gehört zu den Voraussetzungen, um sich im alltäglichen Geschäft durchzusetzen.

Als die Japanerin selber Mutter wurde und sich um ihre Kinder kümmerte, eröffnete sie gemeinsam mit ein paar Freundinnen eine Gruppe, die Kinder im Rechnen mit einem Abakus unterrichtete. Ihre jüngere Tochter nahm 2012 an der Weltmeisterschaft im Kopfrechnen teil, die damals in der Türkei ausgetragen wurde. Dabei zeigte sich aber, dass andere Kinder in ihren mathematischen Fähigkeiten wesentlich weiter waren.

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Kopfrechnen war bei japanischen Kindern ein Problem

Die Japanerin begann damit, die Nutzung von Abakus-Rechenmaschinen überall auf der Welt zu studieren. Dabei fiel ihr auf, dass japanische Kinder, ihren Soroban nur mit einer Hand benutzten. Die Mutter bemerkte, dass die Lehrer in Japan den Kindern zwar zeigen, wie man mit dem Soroban Rechenaufgaben löst, sie aber nicht dazu animieren, ihn im alltäglichen Leben nicht mehr zu benötigen. Deswegen begann sie mit der Entwicklung einer eigenen digitalen Version, sodass die SoroTouch-App 2016 offiziell an den Start gehen konnte.

Mittlerweile ist das kleine Unternehmen aus Japan international vernetzt und betreibt SoroTouch-Lernzentren in zehn Ländern. Dabei legt man auch großen Wert darauf, dass die Schüler online miteinander in Kontakt treten und dabei nicht nur ihre mathematischen Fähigkeiten verbessern.

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