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Home News Soziales & Leben Japanische Rehe und Wildschweine sollen an Zootiere verfüttert werden

Die Wildtiere schädigen die Bauern, indem sie ihre Ernte zerstören

Japanische Rehe und Wildschweine sollen an Zootiere verfüttert werden

Eine Initiative, bestehend aus einem ehemaligen Zoowärter und andere Interessierte, brachte eine Debatte in Gang, ob in Japan Wildtiere wie Wildschweine und Hirsche an die Raubtiere in den Zoos verfüttert werden sollen. Dabei sollen nur Tiere aus der eigenen Region infrage kommen, um so die Ernte vor Ort zu schützen.

Dass, um die Pflanzen zu schützen, Wildtiere in Japan getötet werden, ist kein Geheimnis. Bisher wurde diese aber einfach entsorgt. 2017 begann der Tierpark das Stadt Omuta (Präfektur Fukuoka) damit, die gefangenen Rehe und Schweine an seine Raubtiere zu verfüttern. Eine bis dahin einmalige Aktion in Japan. Die Zahl an Wildtieren, die jedes Jahr als landwirtschaftliche Schädlinge gelten und deswegen getötet werden, steigt seit Jahren. Deswegen solle man die Tiere nutzen.

Zootiere sollen natürlicher leben

Ein Professor beteiligt sich ebenfalls an der Aktion, denn Wildtiere, die die Ernte schädigen sind in ganz Japan ein Problem. Die Menschen, die diese Tiere beseitigen, sehen sich massiver Kritik ausgesetzt und müssen gleichzeitig noch viel Geld für die Entsorgung investieren. Wenn sich ein System etablieren ließe, dass die erlegten Tiere weiterverwendet werden, könnte das auch für die Jäger förderlich sein. Um diese Idee eine Plattform zu geben wurde die Organisation Wild Meat Zoo gegründet, die ihren Hauptsitz im Stadtteil Nishi (Fukuoka) hat.

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Gemäß Angeben des Ministeriums für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei verursachten Wildtiere und Vögel 2019 landwirtschaftlichen Schäden in Höhe von 15,8 Milliarden Yen (121 Millionen Euro), wobei die Zahlen seit Jahren zurückgehen, weil die Regierung verstärkt auf Gegenmaßnahmen wie das Fangen von Rehen und Wildschweinen setzt. Diese beiden Tiere verursachen 60 Prozent der Schäden. 2019 wurden mehr als 600.000 Rehe und 640.000 Wildschweine erschossen.

Davon werden allerdings nur 10 Prozent als essbares Wildfleisch weiterverarbeitet. Tiere, die weniger als 30 Kilogramm wiegen, werden hingegen einfach entsorgt. Allein deswegen sorgte die Aktion in Omuta bereits 2017 für Aufsehen. Um den „Tierschutz“ in Zoos zu erhöhen, sollen die Tiere in Gefangenschaft möglichst naturnah leben, wozu auch die Verfütterung ganzer Tiere gehört, die die Zootiere dann selbst zerlegen müssen. Dieses Vorgehen soll gleichzeitig auch den Stress der Tiere lindern.

Initiative für Tierschutz im Zoo
Speiseplan für Zootiere soll erweitert werden Bild: Yomiuri Press

Immer mehr Zoos wollen mitmachen

Seit 2017 schließen sich immer mehr Zoos und Aquarien der Initiative an. Bislang haben 14 Einrichtungen in Japan ihre Zootiere mit Wildschweinen und Rehen aus der eigenen Region gefüttert. Bisher erweisen sich die Kosten als größte Hürde, um weitere Teilnehmer für die Aktion zu gewinnen. In Japan ist nur ein Unternehmen in Itoshima (Präfektur Fukuoka) auf eine hygienische und sichere Verarbeitung solcher Tiere spezialisiert. Deswegen sind die Kosten (Transport und Gebühren) wesentlich höher als der Preis für billiges Standardfutter. Deswegen setzt sich die Initiative dafür ein, dass mehr solcher Produzenten in Japan entstehen können.

Im Januar 2020 stellte das Projekt ein Handbuch vor, das aufzeigt, was bei der Fütterung von Zootieren mit Wildtieren zu beachten ist. Einige Zoos haben bisher erklärt, es zumindest einmal mit dieser Art der Fütterung versuchen zu wollen. In Mitarbeiter der Initiative arbeiten weiterhin daran, weitere Einrichtungen für diese Art der Fütterung zu begeistern.

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