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Die beiden Teenager verteidigten das Mädchen gegen einen anderen Fahrtgast

Japanische Schüler von der Polizei ausgezeichnet, weil sie bei Chikan eingriffen

In Yoshinogawa (Präfektur Tokushima) zeichnete die Polizei zwei Oberschüler aus, weil sie einem Mädchen halfen, das im Zug belästigt wurde. Die beiden bekamen Mitte Mai eine offizielle Dankesurkunde überreicht.

Yuto Shibano (15 Jahre alt) ist in der ersten Klasse und Seren Naito (17 Jahre alt) besucht die dritte Klasse der Kawashima Senior High School in der Präfektur Tokushima. Beide Schüler erhielten ihre Auszeichnung von Hiroya Shiroyama, dem Leiter des Polizeireviers Awayoshinogawa der Präfektur Tokushima.

Ehrung für Zivilcourage

Die Polizei berichtete, dass sich Shibano Ende April gegen 16:30 Uhr mit der Bahn auf dem Heimweg von der Schule befand, als er bemerkte, dass eine Oberschülerin von einem anderen Fahrgast verbal angegriffen wurde. Der Mann war um die 50 Jahre als und sprach das Mädchen immer wieder an. Der Schüler ging zu dem Mädchen und fragte nach, ob sie den Herren kenne, was die junge Frau verneinte. Auch andere Medien berichteten von dem Vorfall.

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Der junge Japaner wandte sich dann an den älteren Herren und sagte ihm, er solle nicht so aufdringlich sein und so laut mit jemandem reden, den er gerade erst kennengelernt hat. Der Schüler blieb bei dem Mädchen und stellte sich zwischen sie und den Angreifer, bis sie an einer anderen Station gemeinsam dem Zug verlassen konnten.

Naito, der ebenfalls in dem Zug saß, bemerkte, dass der ältere Mann den beiden Schülern folgte, selbst nachdem diese ausgestiegen waren. Er verließ die Bahn ebenfalls und warnte die beiden. Gemeinsam mit Shibano wartete er, bis die Eltern des Mädchens kamen, um sie abzuholen.

Schülerinnen immer wieder Chikan-Opfer

Shibano erinnerte sich daran, dass ihm während des Vorfalls die Beine gezittert haben. Er fand es aber trotzdem nicht richtig, so zu tun, als hätte er nichts bemerkt. Sein Mitschüler und er wären ein gutes Team gewesen, um die junge Frau zu beschützen. Naito erklärte, dass er zwar ebenfalls besorgt war, trotzdem aber das Gefühl hatte helfen zu müssen. Er wolle selbst in Zukunft Polizist werden und nimmt die aktuelle Erfahrung als Ansporn für seine berufliche Zukunft.

In Japan gibt es für solches Verhalten, wie es die Schülerin erleben mussten ein eigenes Wort. Chikan ist bis heute ein Problem, mit dem sich vor allem jungen Frauen immer wieder befassen müssen. In den überfüllten japanischen Verkehrsmitteln gibt es so gut wie keinen Schutz gegen solche Übergriffe. Die Stadt Kumamoto startete deswegen ein Projekt, bei dem in bestimmten Straßenbahnen-Wagen nur Frauen und Mädchen mitfahren dürfen, damit sie vor solchen Belästigungen besser geschützt sind.

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