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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenJapanische Schule schließt Schülerin wegen gezupfter Augenbrauen vom Unterricht aus

Drei Tage lang durfte das Mädchen nicht am regulären Unterricht teilnehmen

Japanische Schule schließt Schülerin wegen gezupfter Augenbrauen vom Unterricht aus

Japanische Schulen neigen bis heute dazu, sehr genau auf das Aussehen und Verhalten ihrer Schüler zu achten. Zwar wurden in den letzten Jahren immer mehr der als besonders streng empfundenen Regeln gelockert, allerdings gibt es Schulen, die weiterhin daran festhalten. Die Kinder haben weiterhin mit Repressionen zu rechnen, wenn sie sich nicht dem gängigen Standard unterwerfen wollen, wie ein Vorfall in Fukuoka belegt.

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Im April 2022 wurden an einer öffentlichen Mittelschule der Stadt Kurume (Präfektur Fukuoka) die Schulregeln, was das Frisieren und Färben von Haaren bei den Schülern angeht, erneut überprüft. Während bei einer Schülerin der dritten Klasse die Haare auf ihrem Kopf keine Probleme verursachten, hatten die Verantwortlichen der Schule aber Probleme mit ihren Augenbrauen.

Augenbrauen als Symbol einer Weltanschauung

Nach der Schulordnung ist es den Schülern untersagt, sich die Augenbrauen zu schneiden oder sie abzurasieren. Eine 14-jährige Schülerin hatte die Härchen an den Rändern ihrer Brauen entfernt, um gepflegter auszusehen. Dies wurde von der Schule aus Verstoß gegen die geltenden Vorschriften gewertet. Sie wurde dafür mit drei Tagen Besshitu Toko bestraft. Dabei handelt es sich um eine bekannte Disziplinarmaßnahme an japanischen Schulen, bei der die betroffenen Kinder ihre Schulaufgaben in einem separaten Raum getrennt von der Klasse erledigen müssen. Außerdem sind die Schüler gezwungen, einen Aufsatz über ihr Fehlverhalten zu schreiben.

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Die Bildungsdirektorin von Kurume wurde zu dem Vorfall befragt und äußerte Verständnis für die Entscheidung der Schule. Sie erklärte, die Schulen seien besorgt, dass Kinder in ihrer Entwicklung gestört werden, wenn sie sich übermäßig auf ihr Aussehen konzentrieren. Dann würden sie wesentliche Aspekte ihrer Bildung in ihrer sozialen Erziehung vernachlässigen. Bei großen Veränderungen wie auffällig gefärbten Haaren oder einer aufwendigen Frisur könnte diese Fokussierung zu erkennen sein, aber inwieweit nur gezupfte Augenbrauen in diese Kategorie fallen, ist vielen Menschen in Japan nicht klar.

Regeln werden infrage gestellt

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Die Menschen in Japan streiten jetzt darüber, ab wann das Entfernen von übermäßigen Härchen nicht mehr als Körperpflege, sondern als kosmetische Praktik, im Sinne von Rasieren gilt. Die Stadträtin von Kurume vertritt die Auffassung, dass die Schule mit der Bestrafung zu weit gegangen ist. Sie sieht in der Stutzung der Augenbrauen keinen erheblichen Verstoß gegen die Regeln, außerdem würde die Bestrafung der Schülerin die Brauen nicht schneller nachwachsen lassen. Gleichzeitig stellt die Frau die Regeln für Augenbrauen an der Schule generell infrage.

In vielen Präfekturen hat bereits ein Umdenken eingesetzt und die Schulen werden großzügiger, was Kleidung und Aussehen angeht. Viele Schüler in Kurume hoffen jetzt, dass auch ihre Schule damit beginnt, auf eher liberale Stimmen zu hören und einige Regeln auf den Prüfstand stellt, eine gewisse Rückendeckung der Stadtverwaltung haben die Kinder augenscheinlich.

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