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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenJapanischer Feuerwehrmann bekommt wegen lukrativem Nebenjob weniger Gehalt

Mit Game-Streams verdiente der Mann über eine Million Yen

Japanischer Feuerwehrmann bekommt wegen lukrativem Nebenjob weniger Gehalt

Viele kleine Jungen wollen Feuerwehrmann werden. Die Brandbekämpfung ist eine schwierige, aber auch heldenhafte Aufgabe, die auf jeden Fall Respekt verdient. In Japan müssen Feuerwehrleute gleichzeitig noch viele strenge Regeln befolgen.

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In Chiba war es Feuerwehrleuten unter anderem erst 2018 erlaubt, in ihren Uniformen einen Kaffee kaufen zu gehen. Auch außerhalb ihres Dienstes müssen sich die Männer an viele Vorschriften halten, wie ein 33-jähriger Japaner des Wakayama City Kita Fire Department jetzt feststellte. Im Oktober 2021 erhielt die Feuerwache einen anonymen Hinweis, dass der Mann einen eigenen YouTube-Channel betreibt. Daraufhin wurde eine interne Untersuchung eingeleitet.

Feuerwehrmann gibt unbewussten Fehler zu

Dabei kam heraus, dass der Feuerwehrmann zwischen Dezember 2020 und Oktober 2021 über 300 Videos auf seinem eigenen YouTube-Channel veröffentlichte. Bei vielen handelte es sich um Gaming Livestreams. Diese erwiesen sich als sehr erfolgreich und wurden infolge mehr als 2,27 Millionen Mal aufgerufen. Dank verschiedener Sponsoren und dank der Regeln auf YouTube in Japan, verdiente der Mann in dieser Zeit etwa 1,15 Millionen Yen (circa 8.700 Euro).

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In Japan ist es Feuerwehrleuten allerdings verboten, Nebenbeschäftigungen nachzugehen, mit denen sie Geld verdienen. Der Mann entschuldigte sich und erklärte, dass er von dieser Richtlinie keine Kenntnis hatte. Eine Strafe erhielt er trotzdem. Sein Monatsgehalt wurde um 10 Prozent reduziert, was beim nationalen Durchschnitt eines Feuerwehrmannes einen Verlust von etwa 40.000 Yen (etwa 305 Euro) bedeutet.

Die Geschichte landet in den sozialen Netzwerken, wo sie differenziert diskutiert wurde. Viele Menschen sprechen sich für eine Abschaffung des Verbots aus. Gleichzeitig bewunderten viele Kommentatoren, dass der Mann sowohl seinen Job auf der Feuerwache als auch seine Nebentätigkeit erfolgreich ausübte. Einige rieten dem Mann sogar ganz auf den Stream umzuschalten, da er dort ausgezeichnet verdient.

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Nebenjobs werden diskutiert

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Das Verbot von Nebentätigkeiten gilt allerdings auch für alle Beamten in Japan und viele Angestellte in der privaten Wirtschaft. Auf diese Weisen sollen Interessenkonflikte vermieden werden. Außerdem sollen sich die Leute voll auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren.

Es ist auch unklar, wie es mit dem YouTube-Channel des Feuerwehrmannes weitergeht. Bisher hat er ihn noch nicht abgemeldet. Vielleicht besteht die Möglichkeit, dass er ihn weiterhin betreibt und die Einnahmen dann nicht behält.

Mittlerweile befindet sich die Arbeitswelt vieler Menschen in einem großen Wandel. Es wäre also der passende Moment, dass alte Regeln auf den Prüfstand kommen und so die Wege für andere Formen der Beschäftigung frei werden. Denn Leute, die ihrer Arbeit anderen zu helfen, mit Leidenschaft nachgeht, werden in diesen Zeiten mehr gebraucht denn je.

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