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Japan zwingt weiterhin zu Sterilisationen

Japanischer trans Mann kämpft für die Änderung des Geschlechtseintrags ohne Operation

Kyodo: In Japan ist die Gesetzeslage für trans Menschen immer noch sehr kompliziert und diskriminierend. In der Präfektur Shizuoka in Zentraljapan versucht ein trans Mann, gegen die derzeitige Rechtslage anzukämpfen, und hat einen Antrag zur Änderung seines Geschlechtseintrags im Familienregister gestellt, ohne sich zuvor einer Operation unterzogen zu haben.

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Der 46-jährige Gen Suzuki lebt als Mann, aber im offiziellen Familienregister ist er als Frau gelistet. Da er möchte, dass seine Geschlechtsidentität auch ohne eine geschlechtsangleichende Operation respektiert wird, wandte er sich am Montag auf dem juristischen Weg an die Hamamatsu-Niederlassung des Shizuoka-Familiengerichts.

Ein Mann im Leben, eine Frau auf dem Papier

Die Vornahme von Korrekturen im Familienregister bedarf einer Erlaubnis seitens des Familiengerichts, wenn die zu ändernden personenbezogen Daten Informationen über die Identität, also über das Geschlecht oder die familiären Verwandtschaftsverhältnisse beinhalten.

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Suzuki sagte, wie unangenehm es für ihn wäre, dass man ihn schon von klein auf wie eine Person weiblichen Geschlechts behandelt hat. Im Alter von 40 Jahren wurde bei ihm eine Geschlechtsidentitätsstörung diagnostiziert. Er hat sich daraufhin einer Hormontherapie unterzogen und sich sein Brustgewebe operativ entfernen lassen.

Einer Operation zur Geschlechtsangleichung, die ihn sterilisieren würde, möchte er sich jedoch nicht unterziehen, da diese seine körperliche und geistige Gesundheit stark beeinflussen würde. Noch im Juli sagte Suzuki gegenüber Reportern: „Es ist falsch, wenn der Staat eine ungewollte Operation erzwingt. Es sollte verschiedene Möglichkeiten geben.“ Außerdem erklärte er sich dazu bereit, auch beim Obersten Gerichtshof Berufung einzulegen, falls sein Antrag abgelehnt werden würde.

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Auf der Pressekonferenz, die er nach der Antragsstellung am Montag mit seiner Partnerin abhielt, sagte er des Weiteren, dass sie beide auch beabsichtigten, zu heiraten. Dem fügte er hinzu: „Ich finde es unsinnig, dass trans Menschen in Japan keine Gleichberechtigung bei der Eheschließung genießen können“, es sei denn, sie wechselten das Geschlecht in ihren Familienregistern. Suzuki ist nicht die erste Person, die so denkt und versucht, gegen das System anzukämpfen. Bisher hatte aber niemand Erfolg.

Japans Transgender-Gesetz gilt als umstritten

Im Jahr 2019 entschied der Oberste Gerichtshof, dass das japanische Gesetz zur Geschlechtsidentitätsstörung, das eine Geschlechtsangleichung als Bedingung für die Änderung des legalen Geschlechts vorschreibt, derzeit verfassungsmäßig sei. Das Gesetz sollte aber dann erneut geprüft werden, wenn es zu Veränderungen hinsichtlich der sozialen Normen käme.

Allerdings waren zwei der vier an dem Fall beteiligten obersten Richter der Ansicht, dass die Bestimmung „im Verdacht“ stünde, das verfassungsmäßige Recht auf Glückseligkeit zu verletzen.

Schon 2014 forderten die Weltgesundheitsorganisation und andere UN-Organisationen, die Achtung des Rechts von trans Menschen zu respektieren. Dazu gehört auch, ihre Fruchtbarkeit zu erhalten, sowie die Beseitigung anderer Zwänge, wie die unfreiwillige Sterilisation. Zumindest in Japan hat sich seitdem kaum was getan, was international scharf kritisiert wird.

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