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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenJapanisches Café bringt Demenzkranke wieder zum Lachen

Kinder und Senioren haben zusammen Spaß

Japanisches Café bringt Demenzkranke wieder zum Lachen

Menschen mit Demenz leben in Japan oft ein recht einsames und unglückliches Leben. Ein Café in der Präfektur Aichi will nun helfen und den Erkrankten wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern, indem sie ihnen einen sicheren Ort bieten.

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Das Anki Café in Toyohashi will Demenzkranke, Betreuer, herkömmliche Kunden und auch Kinder zusammenbringen. Im Lokal stören sich weder Besucher noch Mitarbeitenden an dem Verhalten der Erkrankten, die manchmal plötzlich anfangen zu singen oder ziellos durch die Gegend laufen.

Pflege ist wichtig, glücklich sein aber auch

„Anki“ stammt aus dem regionalen Dialekt und bedeutet „Erleichterung“. Genau das sollen die Menschen auch fühlen, wenn sie das Café besuchen. Oft werden die Symptome von Demenz von anderen Menschen als störend empfunden, weswegen Betroffene nur selten außer Haus gehen.

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Die Managerin des Lokals, Tomoka Sugino, kümmerte sich selbst um ihren Vater, der 2020 bei einem Arbeitsunfall schwer verletzt wurde. Als sie auf der Suche nach einer Pflegehilfe war, stieß sie auf ein Foto mit zwei Senioren, die lachend zusammen etwas tranken.

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Ihr kam dabei der Gedanke, dass Pflege zwar wichtig sei, die Senioren aber auch einen Ort brauchen, an dem sie unbeschwert lachen können. Daraufhin beschloss sie im vergangenen Juni, das Café mit Unterstützung ihres Vaters zu eröffnen, der inzwischen wieder gesund ist.

Erholung für alle

Sugino wollte dabei einen Ort schaffen, an dem Menschen verschiedenen Alters sich austauschen und Spaß haben können. Zumal auch Kinder immer seltener die Gelegenheit haben, ihre Großeltern zu sehen. Um die 40 Kinder von einem nahen Kindergarten und einer Grundschule sind „Angestellte“ und helfen im Café.

Die Idee mit dem ungewöhnlichen Begegnungsort kommt dabei gut an. Die Tochter einer 83-jährigen Erkrankten, erklärte, dass ihre Mutter wirklich glücklich aussieht, wenn sie mit ihren Freunden sprechen kann. Auch mit Kindern, die im Café aushelfen, unterhält sie sich angeregt.

Die Frau sagte, dass sie erleichtert ist, dass es ein Platz für sie gibt, an dem sie willkommen ist. Auch für sie selbst sei das Café ein Erholungsort, an dem sie entspannen kann, weil sie zuvor ihre Mutter nie alleine lassen konnte, nicht mal um einen Kaffee trinken zu gehen. Mitnehmen konnte sie ihre Mutter auch nicht, weil sie nicht wusste, wie sie reagieren und möglicherweise andere Menschen stören würde.

Zahl der Demenzkranken wird weiter steigen

Auch die Kinder sind von dem Café begeistert. Ein sieben Jahre altes Mädchen erklärte, dass sie zwar manchmal nervös ist, es ihr aber Spaß macht, Bestellungen aufzunehmen und Getränke zu bringen. Nebenbei spielt sie mit den Gästen auch manchmal Karten.

Für die Zukunft hofft Sugino, dass in ganz Japan ähnliche Orte entstehen. Tatsächlich könnten solche Projekte bald sogar notwendig werden. Die japanische Bevölkerung altert rapide und damit steigt auch die Zahl der Demenzerkrankten.

Es wird erwartet, dass bis 2025 etwa sieben Millionen Menschen an der Krankheit leiden werden. Betroffene können dabei vor allem eine Gefahr für sich selbst werden. So gab es 2020 so viele vermisste Demenzkranke wie noch nie. In nicht allen Fällen werden die Senioren auch wiedergefunden.

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