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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenJapanisches Unternehmen will Halal-Nudelsuppe offiziell zertifizieren lassen

Die Zulassung des alkoholfreien Produkts soll 2023 erfolgen

Japanisches Unternehmen will Halal-Nudelsuppe offiziell zertifizieren lassen

In vielen japanischen Soßen, die ein wesentlicher Bestandteil von Brühen sind, ist auch Alkohol enthalten. Allerdings kann man sich bestimmte Gerichte, wie traditionelle Nudelsuppe oder Nikujaga-Fleisch ohne Sojasoße und Mirin nicht vorstellen.

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Diese alkoholischen Komponenten sind für viele Menschen außerhalb Japans jedoch ein Grund, die Gerichte zu meiden. Unter anderem über 1,5 Milliarden Muslime können wegen des Alkoholverbots viele japanische Gerichte nicht essen. Ein Unternehmen aus Kagawa arbeitet zurzeit daran, eine Halal-Version der lokalen Spezialität Sanuki Udon auf den Markt zu bringen. Aktuell bemüht es sich um eine Zulassung für das alkoholfreie Nudelgericht.

Umfangreiches Verfahren in Angriff genommen

Die Idee der Halal-Nudelsuppe stammt von einer jungen Indonesierin, die an der Universität von Kagawa absolvierte und anschließend bei einem Soßenhersteller in der Region angestellt wurde. Die gläubige Muslima wollte in einem örtlichen Restaurant auch das beliebte Udon-Gericht probieren. Als sie feststellte, dass die Brühe mit Sojasoße oder Mirin (süßer Kochreiswein) hergestellt wird, konnte sie diese leider nicht probieren.

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Die Enttäuschung hat Spuren in ihrem Arbeitsleben hinterlassen. Bereits 2019 setzte sich die Frau dafür ein, ihre Kollegen von den Vorteilen von Halal-Produkten für muslimische Besucher zu überzeugen. Gemeinsam entwickelten die Kollegen dann eine alkoholfreie Brühe auf der Basis von Sojasoße. Das fertige Produkte enthält weder Alkohol noch tierische Stoffe. Anstelle von Mirin werden verschiedene andere Zutaten verwendet.

Halal-Produkte kommen aus ihrer Nische

Da für eine Halal-Zulassung auch eine gereinigte Produktionslinie voraussetzt, verwendet das seit 1789 bestehende Unternehmen jetzt spezielle Reinigungsmittel, um die Anlage zu reinigen. Die Vorgesetzten der jungen Indonesierin waren von ihrer Beharrlichkeit sehr beeindruckt. Die fertige Suppe wurde bereits 2020 als Muslim freundliche Version einer Udon-Sojasoße ins Angebot aufgenommen. 2023 soll dann eine offizielle Halal-Zertifizierung erfolgen, damit alle Muslime die Udon ohne Bedenken essen können.

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In Indonesien, wo über 200 Millionen Muslime leben, soll die Zulassung erfolgen. Vorher will das Unternehmen sicherstellen, dass seine Nudelsuppe alle Voraussetzungen erfüllt. Das Verfahren wird sowohl Online als auch mit einer Begehung vor Ort durchgeführt. Bis 2030 gehen Forscher davon aus, dass es mehr als zwei Milliarden Muslime auf der Welt geben wird, eine potenzielle Kundengruppe, die man nicht außer Acht lassen sollte. Einen Trend, den auch andere Unternehmen in Japan mittlerweile erkannt haben und immer mehr zertifizierte Halal-Produkte vorstellen.

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