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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenJapans Gesundheitsministerium gehen die Mittel für Elternurlaubsbeihilfen aus

Immer mehr Auszahlungen

Japans Gesundheitsministerium gehen die Mittel für Elternurlaubsbeihilfen aus

Japans Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales gehen langsam die Mittel für Elternurlaubsbeihilfen, die an Mitarbeiter von Unternehmen für den Elternurlaub gezahlt werden, aus, da die Kosten förmlich in die Höhe schießen.

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Die Höhe der gezahlten Leistungen hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht und wird noch weiter steigen, da immer mehr Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer drin bestärken, das System zu nutzen.

Ministerium prüft Wege, um die Mittel zu erhöhen

Das Ministerium will in Kürze damit beginnen, die Beschaffung weiterer Mittel und wie man das System überarbeiten könnte, zu erörtern.

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Eltern, die sich dafür entscheiden, einen Elternurlaub zu nehmen, können in den ersten sechs Monaten 67 Prozent ihres Monatslohns in Japan erhalten. Ab dem siebten Monat sind es dann 50 Prozent.

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Die Zahlungen stammen aus dem Elternurlaubsprogramm der Arbeitslosenversicherung, in das Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Verhältnis 50:50 einzahlen. Nur ein geringer Anteil stammt aus Steuergeldern.

Die japanische Regierung hatte das System eingeführt, um gegen die sinkende Geburtenrate in Land anzukämpfen, die jedes Jahr weiter sinkt.

Dafür wurde der Prozentsatz der Leistungen im Jahr 2014 von 50 auf 67 Prozent erhöht und das Ende des Elternurlaubs für Eltern, die keine Kindertagesstätte finden, 2017 auf 2 Jahre verlängert.

Laut des Ministeriums hat sich die Zahl der Elterngeldbezieher in Japan mittlerweile verdoppelt. 2010 waren es 210.000 und 2020 bereits 420.000.

Die gezahlte Zulage ist in den letzten zehn Jahren von 230 Milliarden Yen (ca. 1,6 Milliarden Euro) auf 640 Milliarden Yen (ca. 4,6 Milliarden) angestiegen.

Diesen Monat hat die japanische Regierung Unternehmen verpflichtet, zu bestätigen, dass Mitarbeiter Elternurlaub nehmen wollen. Im Oktober wird dann der „Geburtsurlaub“ eingeführt, der es Vätern ermöglicht, maximal vier Wochen freizunehmen, bevor ein Kind acht Wochen alt wird.

Dies dürfte dazu führen, dass sich deutlich mehr Väter dazu entscheiden, Urlaub zu nehmen.

Mittel reichen nicht mehr lange

Laut einer Schätzung des Ministeriums werden die Ausgaben für die Elternurlaubsbeihilfen daher im Haushaltsjahr die Einnahmen deutlich übersteigen. Im Haushaltsjahr 2025 wären die Mittel dann erschöpft und das Programm würde mit 57,5 Milliarden Yen (ca. 415 Millionen Euro) ein Minus erreicht werden.

Sollten die Zahlungen noch schneller steigen, würden die Einnahmen bereits im Geschäftsjahr 2024 nicht mehr ausreichen, um die Ausgaben zu decken.

Ein Weg, die Einnahmen zu erhöhen, könnte eine Erhöhung der Beiträge sein, um mit den steigenden Kosten Schritt zu halten. Zudem könnten die Elternurlaubsbeihilfen von der Arbeitslosenversicherung abgetrennt werden, was eine größere Rolle für den Staat bedeuten würde.

Dieser Schritt würde zugleich bedeuten, dass Freiberufler und Zeitarbeiter davon profitieren würden, die aktuell von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind und somit auch keine Elternurlaubsbeihilfen bekommen.

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