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Gesetz soll zu Olympischen Spielen in Kraft treten

Japans LGBT-Gruppen starten Petition zur gesetzlichen Gleichstellung

In Japan geht es nur langsam und in Teilen voran mit der Gleichberechtigung von sexuellen Minderheiten. Mehrere LGBT-Gruppen haben deswegen jetzt eine Petition gestartet, um endlich ein Gleichstellungsgesetz zu erwirken.

Am Donnerstag wurde die Unterschriften-Kampagne von mehreren Menschenrechtsaktivisten und Gruppen offiziell gestartet. Sie fordern, dass die Zentralregierung das Gesetz so schnell wie möglich beschließt, damit es nächstes Jahr zu den Olympischen Spielen in Kraft treten kann.

Nach wie vor gibt es nämlich in Japan keine gesetzliche nationale Sicherung der Gleichberechtigung von sexuellen Minderheiten. Auch der Schutz von LGBT-Personen fällt darunter, die immer noch Diskriminierungen erdulden müssen.

Sport sollte ein sicherer und freier Ort für alle sein

Yuri Igarashi von der Japan Alliance for LGBT Legislation erklärte auch, dass sie weder gesetzlich noch sozial eine Gleichberechtigung haben. Sie unterstützen deswegen die Forderung zur Umsetzung vor den Spielen und als Zeichen des olympischen Erbes.

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Auf der Pressekonferenz zur Ankündigung der Petition war auch Fumino Sugiyama anwesend. Der Transgender-Aktivist ist ehemaliger Olympiasieger im Fechten und erklärte, dass er vor 15 Jahren zu den Spielen sich nicht outete, aus Angst vor Diskriminierungen. Die Hoffnungen sind deswegen groß, dass sie mit der Petition wirklich etwas bewirken können.

Zu den Spielen wollte Tokyo sich besonders weltoffen zeigen und startete unter anderem ein Pride House. Auch sprachen sich mehr Sportler für die Unterstützung von sexuellen Minderheiten aus. Unter anderem outete sich 2019 die Fußballspielerin Shiho Shimoyamada als erste aktive Profisportlerin in Japan als homosexuell. Sie sagte zur Petition, dass man zurzeit im Sport verstecken muss, wer man wirklich ist und wie unsicher man ist. Sie erwartet deswegen, dass das Gesetz dabei hilft ein Umfeld zu schaffen, in dem sie offen über Diskriminierungen sprechen können.

Japan schneidet international bei LGBT-Rechten schlecht ab

In Japan werden die Menschen zwar immer toleranter für sexuelle Vielfalt, der gesellschaftliche Druck bleibt aber weiterhin erhalten. So gibt es viele, die ihre Identität nur im Geheimen ausleben, aus Angst vor Diskriminierungen. Auch auf gesetzlicher Ebene täuscht die aktuelle Lage in Japan.

Es gibt zwar in einigen Gemeinden die Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Paaren. Entsprechende Zertifikate gelten allerdings nur für die ausgestellte Gemeinde und decken auch nur einen kleinen Teil an Gesetzen ab. Trans Personen befinden sich hingegen in einer noch viel schwierigen Situation. Um offiziell in Dokumenten eine Geschlechtsanpassung zu erreichen, müssen sie ihre Fortpflanzungsorgane entfernen lassen. Die Anforderung gilt als sehr umstritten und weltweit wird Japan für die unmenschliche Prozedur verurteilt.

Yumiko Murakami vom OECD-Zentner in Tokyo macht deutlich, dass Japans Offenheit nur Fassade ist. Unter allen OECD-Ländern liegt Japan auf einem der niedrigsten Plätze, was LGBT-Gleichberechtigung angeht. Das Land interessiert sich dabei sogar so wenig dafür, dass es nicht mal Schätzungen zu sexuellen Minderheiten in der Bevölkerung gibt.

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