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Schulen bemühen sich um Aufklärung

Japans Schulen ergreifen Maßnahmen gegen steigende Selbstmordzahlen

Zuletzt konnte sich Japan freuen, dass die Selbstmorde im Land zurückgehen. Aufgrund der Pandemie sind sie wieder gestiegen, besonders bei jungen Menschen. Immer mehr Schulen ergreifen deswegen Selbstmordpräventionsmaßnahmen.

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Letztes Jahr wurden in Japan 499 Selbstmorde unter Schülern verzeichnet. Durch die Schulschließungen litten viele Kinder an Einsamkeit und ihre psychische Gesundheit verschlechterte sich unbemerkt. Auch die Halbjahreswerte für 2021 zeigen laut der Regierung einen Anstieg.

Aufklärungsschulung sollen Selbstmorde verhindern

Während die Regierung beschlossen hat, mentale Gesundheit bei Highschools wieder in den Lehrplan aufzunehmen, ergreifen Schulen selbstständig Maßnahmen. Eine Junior Highschool in Wakayama organisierte im März eine Schulung für 140 Kinder, um über psychische Krankheiten aufzuklären.

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Den Schülern wurde dabei erklärt, wie sie Anzeichen erkennen und sich Hilfe suchen können. Als Gast war auch eine Highschool Schülerin eingeladen, die über ihre persönlichen Erfahrungen sprach und wie sie örtliche Behörden um Hilfe bat.

Sie betonte dabei, dass man sich dafür nicht schämen muss. Die Sitzung zeigte sich als erfolgreich und im Nachhinein meldeten sich mehrere Schüler bei Lehrern, um sich beraten zu lassen.

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In Osaka führte der Bildungsausschuss eine App mit dem Namen „Weather of the Heart“ ein, um die psychische Gesundheit der Schüler zu überprüfen. Die Anwendung wird auf den Tablets für Grundschüler und Junior Highschool Schüler installiert, die seit Kurzem in Schulen genutzt werden.

Regierung muss auch ihren Beitrag leisten

Die Kinder können täglich in der App ihren Gemütszustand als Wetter angeben. Diese Angaben werden automatisch an die Lehrer gesendet, die dann auf die Stimmung der Kinder eingehen können. Das System ist vor allem für Lehrer gedacht, die noch nicht so gut in der Beobachtung der Schüler sind und Warnzeichen vielleicht übersehen.

Tetsuro Noda, Professor an der Hyogo University of Teacher Education, findet die Bemühungen gut. Er weist aber auch darauf hin, dass es ein System geben muss, wo Schulen auf die Hilferufe der Schüler angemessen reagieren können. Er ruft deswegen dazu auf, dass die Regierung ihr Unterstützung ausweitet und die Zahl der Lehrer oder Berater erhöht.

Anmerkung der Redaktion:

Sollten Sie Suizidgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen helfen konnten, einen Ausweg aus einer problematischen Situation zu finden.

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