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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenJapans Schulkinder haben keine Lust mehr auf ihre Sportclubs

Gemäß einer Umfrage ist die Motivation auf einem historischen Tiefstand

Japans Schulkinder haben keine Lust mehr auf ihre Sportclubs

Viele japanische Kinder träumen davon, später einmal als Fußballer oder als Baseball-Star Karriere zu machen. Träume haben heutzutage aber die Angewohnheit, sich des Öfteren zu verändern. Mit der sportlichen Motivation ist es spätestens in der Juinor High School vorbei.

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Eine Umfrage der NHK unter 29 Sportmannschaften in ganz Japan ergab, dass die Zahl der Mitglieder in den Sportvereinen (Japanisch Bukatsu) in 37 Präfekturen so niedrig ist wie noch nie. Eine Abfrage nach Mitgliedern in sportbezogenen Clubs ergab ebenfalls einen niedrigen nationalen Durchschnitt von circa 59,6 Prozent.

Viele Vereine kämpfen mit starkem Rückgang an Mitgliedern

Drei Präfekturen erreichen mittlerweile Negativ-Rekorde, was die Mitgliederzahlen angeht. In den Präfekturen Nara liegt der Wert bei 50,7 Prozent, in Nagano bei 51 Prozent und in Fukuoka bei 54,2 Prozent. Aber auch in Präfekturen mit hohen Mitgliederzahlen in Sportvereinen, wie beispielsweise in der Präfektur Iwate, sind Rückgänge zu verzeichnen, und auch dort ist die Mitgliederzahl auf einem historischen Tiefstand.

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Nach Ansicht der Experten gibt es dafür eine Reihe von Gründen. Ein bedeutender Grund könnte sich aus der niedrigen Geburtenrate ergeben. Weniger Schüler insgesamt bedeuten auch eine sinkende Nachfrage an Sportclubs. Dies führt auch dazu, dass einige Mannschaften nicht mehr an bestimmten Wettbewerben teilnehmen können, weil sie die Mindestanzahl an Mitgliedern nicht mehr erreichen. Außerdem werden vermehrt Vereine aufgelöst, weil sich kaum noch Sportler fürs Training finden lassen.

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In den letzten Jahren gingen die High Schools in Japan dazu über, die Pflichtmitgliedschaft in Clubs abzulösen und durch Freiwilligkeit zu ersetzen. Immer mehr Schüler haben sich dafür eingesetzt, dass die Teilnahme an Clubs nicht mehr verpflichtend ist. Bis vor einigen Jahren war es an japanischen Schulen eine feste Regel, dass man Mitglied in einem Schul-Club sein musste und mehrere Stunden in der Woche nach der Schule an Aktivitäten teilnahm. Oftmals fanden entsprechende sportliche Termine auch am Wochenende statt.

Sportclubs bedürfen einer grundlegenden Reformation

Die Menschen im Netz haben ihre eigenen Vorstellungen. Einige sind der Meinung, dass die hohen Kosten für die Teilnahme für manche Familien ein Hindernis darstellen. Überdies übertreiben es die Trainer nicht selten. Die Fans haben allerdings Sorge, was die Zukunft einiger beliebter Sportarten angeht, in denen es kaum noch Nachwuchs gibt. Einige schlagen vor, die Zeiten zu verkürzen, sodass die Mitglieder mehr Freizeit zur Verfügung haben.

Erziehungswissenschaftler regen an, das Bukatsu-System von Grund auf zu überarbeiten. Sie befürchten, dass sich der Trend auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird und immer mehr Sportclubs in Schwierigkeiten geraten werden. Gleichzeitig müssen auch die Mannschaften und vor allem die Verantwortlichen an sich arbeiten, um wieder attraktiver zu werden. Langsam beginnen die Regeln an japanischen Schulen sich aufzuweichen und mehr Freiheiten zu gewähren. Dies sollte auch auf die Clubs übergreifen, sodass die Schüler wieder mehr Motivation für eine Teilnahme in sich entdecken.

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