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Einsamkeit bleibt ein Problem

Japans Senioren sind im internationalen Vergleich einsamer, aber arbeiten lieber

Aufgrund der niedrigen Rente und dem Arbeitskräftemangel arbeiten immer mehr Menschen in Japan länger. Eine Regierungsumfrage zeigt, dass Senioren im Vergleich zu anderen Ländern weniger Freunde haben, aber dafür motivierter arbeiten.

Am Freitag veröffentlichte die japanische Regierung seinen Jahresbericht zur alternden Gesellschaft. Es wurden dabei die älteren Menschen in Japan mit denen in den USA, Deutschland und Schweden verglichen. Japaner ab 60 Jahre fühlen sich laut dem Bericht einsamer als andere.

Japanische Senioren wollen eher noch arbeiten

31,3 Prozent der 1.367 befragten japanischen Senioren haben keine engen Freunde. In den anderen Ländern lag die Zahl nur zwischen 14,2 Prozent und 9,9 Prozent. Für Japan ist das im Vergleich zur letzten Umfrage vor fünf Jahren zusätzlich ein Anstieg von 5,4 Prozent.

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Das zeigt, dass die soziale Isolierung von Senioren immer mehr zu einem Problem wird. Der Anstieg kann allerdings auch durch die Pandemie entstanden sein, die Kontaktmöglichkeiten stark eingeschränkt hat. Gleichzeitig zeigte der Bericht, dass 40,2 Prozent der Japaner arbeiten möchten oder weiter im Job bleiben wollen.

Die USA, Deutschland und Schweden kommen nur auf je 29,9 Prozent, 28,1 Prozent und 26,6 Prozent. Der Bericht will deswegen in Japan den Arbeitswillen unterstützen und ist für die Förderung von flexiblen Arbeitsstilen, wie Homeoffice, um ältere Menschen in Jobs zu halten.

Einsamkeit bleibt ein Problem

Es wäre auch im Interesse der japanischen Regierung, die Menschen länger arbeiten zu lassen, die möchten, um gegen den Arbeitskräftemangel anzukämpfen. Letzten Oktober hatte Japan eine Bevölkerung von 125,71 Millionen Menschen von denen 28,7 Prozent 65 Jahre oder älter waren. Von ihnen waren 25,1 Prozent immer noch am Arbeiten, ein neues Rekordhoch.

Die Zahlen zur Einsamkeit werden trotzdem als ein Problem angesehen und der Bericht fordert die Regierung auf, Maßnahmen zu ergreifen, damit ältere Menschen an sozialen Aktivitäten teilnehmen können. Gleichzeitig soll es verbesserte Corona-Maßnahmen geben, wobei unter anderem auch auf Kommunikationstechnologien verwiesen wird.

Bereits im Februar hat die Regierung ein eigenes Büro für Isolations- und Einsamkeitsprobleme eingerichtet und Tetsushi Sakamoto zum Einsamkeitsminister ernannt. Der Schritt sorgte für internationales Aufsehen und Sakamoto wurde zu einem sehr gefragten Interviewgast.

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