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Tenji-Blöcke wurden von Japaner erfunden

Japans Tenji-Blöcke ermöglichen Sehbehinderten weltweit einen sicheren Alltag

Zu den Paralympics hatte sich gezeigt, dass Japan noch eine Menge Nachholbedarf bei der Barrierefreiheit hat. Dabei kommt aus Japan eine Erfindung, die seit Jahren Sehbehinderten weltweit einen sichereren Alltag ermöglicht, die Tenji-Blöcke.

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Tenji-Blöcke sind meistens gelbe Bodensteine, die mit ihrer besonderen Struktur Sehbehinderten ermöglichen, sie von restlichen Pflastersteinen zu unterscheiden. Gelb sind sie, weil es für viele Sehbehinderte die am leichtesten zu erkennende Farbe ist.

Steine, die das Leben von Sehbehinderten veränderten

Dieser taktiler Bodenbelag oder auch Bodenleitsystem genannt, wurde vor 50 Jahren in Japan erfunden und es gibt ihn in zwei Versionen. Die Bodenplatten mit langen durchgehenden parallelen Rillen sind dafür gedacht, den sicheren Weg anzuzeigen.

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Tenji-Blöcke mit Noppen sind hingegen ein Warnsignal und bedeuten Stopp. Sie werden unter anderem an Bahnsteigkanten, Treppen, Ampeln oder Hauseingängen verwendet, um Menschen vor einer Gefahrenquelle zu warnen. Der Namen Tenji selbst leitet sich von dem japanischen Wort für Blindenschrift ab.

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Die Steine ermöglichen Sehbehinderten so, sich frei, aber auch sicher durch Städte zu bewegen. Mittlerweile sind sie in zahlreichen anderen Ländern zu finden und erleichtern Menschen das Leben.

Erfunden wurden die Tenji-Blöcke von Seiichi Miyake zusammen mit seinem Bruder aus der Präfektur Okayama. Er erfand die Steine, nachdem er mitbekommen hatte, wie ein blinder Mann mit Blindenstab an einer Kreuzung fast von einem Auto angefahren wurde. Die ersten Blöcke spendete Miyake 1967 einer Kreuzung in der Nähe einer Blindenschule in Okayama.

Tenji-Blöcke werden intelligent

Erst drei Jahre später wurden die ersten Blöcke in Tokyo verbaut. Über die Zeit wurde Miyakes Erfindung so berühmt, dass man ihm 2019 sogar ein Google Doodle widmete. Die Steine entwickeln sich dabei immer weiter. In den letzten Jahren wurden welche mit QR-Codes entwickelt und in neun Metro-Bahnhöfen in Tokyo verbaut.

Dank ihnen bekommen Sehbehinderte gesagt, in welche Richtung sie gehen sollen, wie weit es zu ihrem ausgewählten Ziel ist und was es sonst noch für wichtige Informationen gibt. Das konnten die bisherigen Tenji-Blöcke noch nicht.

Allerdings reichen die Steine manchmal nicht aus und in der Vergangenheit wurde mehr als einmal ein sehbehinderter Menschen vom Zug überfahren, weil er ins Gleisbett gestürzt war. Immer mehr Bahnsteige erhalten deswegen zusätzliche Sicherheitstüren.

Die Wahrnehmung der Menschen ändert sich

Andere Maßnahmen sind Zebrastreifengeräusche, die den Menschen sagen, wann sie die Straße überqueren sollen, und Ansagen, die den Anfang oder das Ende einer Rolltreppe ankündigen. Zu alldem nimmt auch das Verständnis der Menschen zu, die Sehbehinderten auch eine Unterstützung sind.

Von den Paralympics erhofft man sich, dass sie zur Inklusion von Menschen mit Behinderung beitragen und die Menschen ihre Wahrnehmung gegenüber Behinderten zum positiven ändern. Denn auch wenn sich in Japan viel geändert hat, gibt es noch viel zu tun.

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