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Die Puppen sollen die Eltern helfen, die ihre Kinder verloren haben oder gar keine bekommen können

Lebensechte Baby-Puppen helfen kinderlosen Familien in Japan

Wegen der Corona-Pandemie wird die einzige offizielle Babyklappe in Japan aktuell fast überrannt. Während die überforderten und verzweifelten Eltern und jungen Frauen nicht wissen, was sie tun sollen, gibt es auch viele Paare, die ebenfalls verzweifelt sind, weil sie ihr Kind früh verloren haben oder keine eigenen Kinder bekommen können.

Eine Frau in der westjapanischen Stadt Sakai (Präfektur Osaka) möchte auf eine spezielle Art dazu beitragen, den trauernden Eltern zu helfen. Sie stellt „Reborn-Puppen“ her, die auch einer besonderen Silikon-Vinyl-Mischung bestehen und sich wie ein echtes Baby anfühlen.

Liebevolle Handarbeit

Die Japanerin Akiko Nakamise (46 Jahre alt) arbeitet mit sieben Künstlern aus Europa und den Vereinigten Staaten zusammen, um ihre lebensechten Baby-Puppen zu gestalten und immer wieder zu verfeinern. Je nachdem, welche Hautfarbe oder Haarstruktur die Puppen haben, werden sie mit bis zu vier Farbschichten überzogen. Der Preis für eine handgefertigte Puppe liegt zwischen 100.000 Yen und 400.000 Yen (793 Euro bis 3.172 Euro).

Mehr zum Thema:  Japans "lebende Puppe" zeigt seine Traum-Familie in neuem Werbespot

Vor acht Jahren startete Akiko Nakamise mit dem Verkauf ihrer selbst gestalteten Puppen. Einige der Käufer tauschten sich mit der „Puppen-Designerin“ über den Grund für den Kauf aus. Oftmals erzählte sie der Japanerin, dass sie Trost suchen, nachdem sie ein Kind verloren hatten. Viele Kunden konnten auch keine eigenen Kinder bekommen und freuten sich deswegen besonders über die Baby-Puppen.

Baby-Puppen mit individuellen Zügen
Puppen in liebevoller Handarbeit Bild: The Mainichi / Naohiro Yamada

Baby-Puppen für einsame Japaner

Bisher haben mehr als 1.000 der selbstgemachten Puppen einen Weg zu ihren neuen „Eltern“ gefunden. Die bei Babys typischen pummeligen Händchen und die großen Knopfaugen erobern schnell die Herzen der Menschen und zaubern ihnen ein Lächeln ins Gesicht. Nakamise gestaltete mit viel Liebe zum Detail extra einen Raum fürs erste Zusammentreffen, in dem die Käufer zu ihrer neuen Puppe einen ersten Kontakt herstellen können.

Die Japanerin weiß, dass Menschen in vielen Lebenslagen Puppen als unersetzlichen Teil ihres Alltags zu schätzen wissen. In Europa und den USA sind sogenannte „Reborn-Puppen“ bereits weit verbreitet und werden für viel Geld verkauft. Die Baby-Puppen aus japanischer Produktion sollen auch die Akzeptanz für diese Puppen im Land vertiefen, das zumindest hofft Akiko Nakamise.

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