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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenLebensmittel-Spenden helfen bedürftigen Familien in Japan durch den Winter

Steigende Preise und zunehmende Armut in Japan

Lebensmittel-Spenden helfen bedürftigen Familien in Japan durch den Winter

Seit Monaten steigen die Preise für Lebensmittel auch in Japan immer weiter an. Für Familien mit geringem Einkommen stellt sich immer mehr die Frage, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. Ein Projekt der Hilfsorganisation Save the Children trägt dazu bei, die Not zu lindern.

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Bereits seit 2020 unterstützt Save the Children bedürftige Familien in Japan. Denn im Zuge der Corona-Pandemie verloren insbesondere viele Frauen ihre Arbeit – für alleinerziehende Mütter und Familien mit geringem Einkommen ein schwerer Einschnitt. Für viele hat sich die Situation auch nach zwei Jahren Pandemie kaum verbessert.

Lebensmittelpreise und Energiekosten treiben bedürftige Familien in die Enge

Ganz im Gegenteil – nun sorgt die Inflation in Japan für immer höhere Lebensmittelpreise. Die finanzielle Not der Familien ist damit im Jahr 2022 noch zusätzlich gewachsen. Kritische Phasen sind primär der Sommer und Winter. Denn in den Ferien fällt die Verpflegung in den Schulen weg und die Lebensmittelkosten für die Familien explodieren.

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Um den bedürftigen Familien zu helfen, sammelt Save the Children darum vor der Ferienzeit Lebensmittelspenden von Unternehmen und kauft zusätzlich benötigtes Essen ein. Aus den Spenden werden tausende Pakete gepackt, die dann an Familien im ganzen Land gehen. Mit 3000 Boxen hatte die Organisation für den Winter 2022 geplant – doch schon im Vorfeld gab es über 5000 Bedarfsmeldungen.

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„Viele Familien hängen am seidenen Faden, sie können nicht einmal ihr normales Leben fortführen“, beschreibt Sozialarbeiterin Yukiko Tsuji aus Osaka die Situation. Rund 70 Prozent der von Save the Children befragten Familien gaben an, diesen Winter wohl nicht genügend Lebensmittel kaufen zu können. Bereits Preiserhöhungen von 30 Yen (ca. 21 Cent) für Milch übersteigen das Budget der Betroffenen.

Rund 15 Kilogramm Lebensmittel befinden sich darum in den Boxen, die nun in ganz Japan verteilt werden. Vierzig verschiedene Produkte sind darin enthalten, so etwa ein 5 Kilogramm-Beutel Reis, Reiskuchen und Instant-Suppen.

Zusätzlich zu den Lebensmittelpreisen hat Japan auch mit steigenden Energiepreisen zu kämpfen. Nach Ansicht von Sozialarbeiterin Tsuji sei es an der Regierung, hier gezielte und großzügige Hilfen für Bedürftige auf den Weg zu bringen.

„Wenn man schaut, wer finanzielle Unterstützung für Schulbedarf und Kindererziehung erhält, dann sieht man, wer bedürftig ist“, meint sie. „Ich würde mir wünschen, dass die Behörden diese Daten nutzen, um so vielen Personen wie möglich finanziell zu helfen, anstatt zu sagen, es könnte ja Menschen geben, die keine zusätzliche Hilfe benötigen.“

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