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HomeNachrichten aus JapanSoziales & LebenMehrere japanische Lokalregierungen verweigern Einschulung von ausländischen Kindern

Zehn Gemeinden lehnten Einschulungen ab

Mehrere japanische Lokalregierungen verweigern Einschulung von ausländischen Kindern

In den letzten Jahren ist der Ausländeranteil in Japan gestiegen und damit auch die Zahl der ausländischen Kinder, die in die Schule müssen. Eine Umfrage ergab, dass sich aber gleich mehrere Lokalregierungen geweigert haben, Ausländer an japanischen Schulen aufzunehmen.

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Eine Umfrage der Kanto Federation of Bar Associations, die 2018 durchgeführt wurde, ergab, dass sich mindestens zehn Lokalregierungen gegen die Einschulung von ausländischen Kindern in Grundschulen und Junior Highschools stellten. Insgesamt wurden 496 Gemeinden befragt, darunter auch die Metropole Tokyo sowie die Regierung der Präfekturen Kanagawa, Saitama, Chiba, Ibaraki, Tochigi, Shizuoka, Yamanashi, Nagano, Niigata und Gunma.

Kinder werden aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt

Geantwortet haben auf die Befragung 227 Kommunalverwaltungen, wobei die Untersuchung anonym durchgeführt wurde. Zehn gaben dabei an, dass sie zum damaligen Zeitpunkt in den letzten fünf Jahren Ausländer für die Schulen abgelehnt haben.

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Als Erklärung dafür gaben sie verschiedene Gründe an. In fünf Fällen waren die Kinder wohl schon zu alt für die Einschulung. Bei vier Fällen gab es Probleme mit dem Aufenthaltsstatus. In zwei Fällen wäre die Schulzeit zu kurz gewesen und sie hätten zu schnell ihren Abschluss gemacht. Bei zwei weiteren Fällen hatten die Kinder wohl bereits einen mittleren Schulabschluss in einem anderen Land.

Aber nicht nur die Einschulungen machten Probleme, auch der Japanisch-Unterricht für ausländische Schüler sorgten für Schwierigkeiten. Von allen Befragten gaben 18,8 Prozent an, dass sie für die Kinder keinen Sprachunterricht anbieten können. 52,3 Prozent arbeiteten an einem Angebot und nur 24,5 Prozent hatten einen entsprechenden Japanisch-Unterricht gesichert.

Bildungsministerium soll Maßnahmen ergreifen

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Es zeigte sich zusätzlich, dass 98 Gemeinden es versäumt hatten, zusätzliches Personal in die Schulen zu schicken, obwohl es nötig gewesen wäre. Einige gaben an, das vor allem Kosten und Personalmangel dafür verantwortlich seien.

Der Verband erklärte, dass die Kommunalverwaltungen einsehen müssten, dass jedes Kind ein Recht auf Bildung habe und was es für ihre Politik bedeutete. Sie fordern dazu das Bildungsministerium auf, Reformen zu ergreifen, um die Zustände mit mehr Budget und Personal zu ändern. Gerade weil viele ausländische Kinder durch das System rutschten, seien Maßnahmen notwendig.

Das Bildungsministerium hatte Juli 2020 in seinen Richtlinien festgelegt, dass die Förderung der Schulbesuche für ausländische Kinder gesichert werden soll. Gleichzeitig forderten sie Lokalregierungen auf, sich um die Aufnahme der Schüler zu bemühen.

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